Interview mit Dry The River

„Wir haben eben noch Pantera gehört“

Scott Miller (Stephan Wolf)

Scott Miller (Stephan Wolf)

amusio: „Ist es das, was Ihr auf Facebook mit der Genre-Bezeichnung Stealth Rock zu bezeichnen versucht?“

Pete Liddle: „Nun, dieser scherzhaft eingeführte Begriff richtete sich gegen die Vereinnahmung von den Labels wie Folk oder Folkrock, denen wir nur sehr bedingt zustimmen würden. Wir dachten bei Stealth Rock an die Wirkung, die vom Unerwarteten ausgeht. Wer von uns einen traditionell abgesicherten und braven Folkrock-Gig erwartet, der wird sich wundern, ja vielleicht sogar etwas erschrecken, wenn er uns auf der Bühne erlebt. Das ist eine, unsere List. Um die militärische Konnotation nicht zu sehr zu betonen, könnten wir unsere Musik auch als Wolfsrock im Schafspelz etikettieren, doch damit wäre ja schon zu viel verraten…“

amusio: „Es schimmern also weiterhin Eure Metal- und Punk-Wurzeln durch?“

Scott Miller: „Live sicher deutlicher als auf Platte, wo ein Schwerpunkt auf der Ausarbeitung von filigranen Details liegt. Doch unterwegs begleitet uns der Vibe aus alten Tagen, wir haben eben noch Pantera gehört (lacht). Grundsätzlich genießen wir die interpretatorischen Unterschiede zwischen den Studioaufnahmen und den Live-Versionen in besonderem Maße.“

amusio: „Wird es also analog zu der Veröffentlichung des Shallow Bed-Albums im rein akustischen Gewand auch eine akustische oder sich stärker am Live-Set orientierende Version von Alarms In The Heart geben?“

Pete Liddle: „Das ist noch nicht absehbar. Wir haben es uns jedenfalls nicht zum Ziel gesetzt, jedes unserer Alben in zwei unterschiedlichen Macharten aufzulegen. Die Akustik-Version von Shallow Bed war unsere Art, um mit den unerwartet euphorischen Reaktionen umzugehen, die unser Debüt ausgelöst hat. Und natürlich auch eine willkommene Gelegenheit, uns musikalisch zu entwickeln, unsere Grenzen zu verschieben, ohne gleich ein neues Album schreiben zu müssen. Denn damit tun wir uns noch schwer, wie die Arbeit an Alarms In The Heart gezeigt hat…“

Scott Miller: „Bei Shallow Bed konnten wir auf einen über Jahre entstandenen Fundus zurückgreifen, bei Alarms In The Heart haben wir bei null angefangen. Wir probierten vieles aus und verwarfen auch wieder eine Menge, was sich aber letztlich als Vorteil erwiesen hat. So sind wir zum Beispiel als Band gewachsen, und gehen nun davon aus, dass wir noch jede Menge Spaß miteinander haben und teilen werden. Und dass natürlich noch jede Menge Songs entstehen, ohne dass wir uns damit überfordern würden.“

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!