Interview mit Rory Loveless (Drenge)

„Wir haben uns von unseren Einflüssen emanzipiert“

Mit Undertow (Infectious/[PIAS] Coop/Rough Trade) legen die Gebrüder Eoin und Rory Loveless alias Drenge einen mehr als würdigen Nachfolger zu ihrem selbstbetitelten Debütalbum hin. Geschult an Grunge und Grimmigerem exerzieren sie einen erstaunlich voluminösen Sound, der zugleich ein hohes Maß an schlüssiger Kompaktheit mitbringt, dem es an Pop-Appeal nicht mangelt. Mehr zu Drenge im Interview mit Rory Loveless.

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Eoin + Rory = Drenge (Infectious/[PIAS] Coop)

Eoin + Rory = Drenge (Infectious/[PIAS] Coop)

amusio: „Heute beginnt in Gateshead Eure Frühjahrstour, die in Berlin und Hamburg enden wird. Was versprichst Du Dir davon?“

Rory Loveless: „Ein paar Typen mit Instrumenten auf der Bühne und deutlich mehr Leute davor, die so richtig abgehen. Mehr nicht, ich bin da ganz bescheiden.“

amusio: „Ihr bleibt also aufs Wesentliche konzentriert. Und doch habt ihr auf Eurem neuen Album den Rahmen weiter gesteckt: Auf drei Tracks begleitet Euch Rob Graham am Bass, die Produktion klingt deutlich ausgefeilter. Euer Purismus ist also nicht dogmatischer Natur?“

Rory Loveless: „Gewiss nicht, wir haben im Gegensatz zu unserem live im Studio eingespielten Debüt diesmal durchaus von den technischen Möglichkeiten Gebrauch gemacht, die Gitarre und Schlagzeug nach mehr klingen lassen. Und als wir während der Suche nach einem Live-Bassisten im Studio Besuch von Bob bekamen, haben wir ihn gleich mal darauf verpflichtet, das Album mit uns gemeinsam zu vollenden.“

amusio: „Eure brüderliche Harmonie hat er nicht gestört?“

Rory Loveless: „Nein, er nicht. Aber anfänglich war das ein Problem. Eoin und ich haben zu zweit mit der Musik begonnen, weil in unserem Kaff keiner da war, um mitzumachen. Als Drenge dann konkrete Formen annahm, haben wir zunächst versucht, andere Musiker zu integrieren, um eine ‚richtige‘ Band zu sein. Doch sind wir wieder davon abgerückt, eben weil wir den harmonischen Flow nicht gefährden wollten, der uns als Brüder verbindet. Ich weiß, es klingt etwas abgehoben, doch in unseren Anfangstagen waren wir derart aufeinander fixiert, dass wir andere Musiker tatsächlich als Fremdkörper empfunden haben. Unsere Bezogenheit ist zwar nach wie vor absolut intakt, doch mittlerweile können wir uns darauf einlassen, nicht alles selbst machen zu müssen oder selbst machen zu wollen.“

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