Aus Salzburg stammen Robert Czeko (Gitarre, Bass, FX, Artwork) und Christian Hubmann (Drums, Bass, Keyboards, Gitarre), doch dieser Umstand hat auf ihrem Debütalbum Merging Land And Sea (Talheim Records) offenbar keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Und gründeten sie ihr Bandprojekt Sea Of Disorder auch im Nachhall eines Opeth-Konzerts, so findet sich dieses Momentum in ihrem Klangkosmos allenfalls in Form von Spurenelementen wieder. Denn was die beiden da treiben, ist entschieden verschleppter „schwarzer“ Postrock auf Doom und Sludge-Basis (oder umgekehrt) – und den machen sie richtig – belastend und gut.

Sea Of Disorder: "Merging Land and Sky" (Talheim Records)
Sea Of Disorder: „Merging Land and Sky“ (Talheim Records)

In eine von leichter Hand nachvollziehbare Offensive gehen Sea Of Disorder nur ein einziges Mal: 1953. Dort verfolgen sie in der Kürze einer knappen Viertelstunde ein (zugegebenermaßen tragfähiges) melodisches Motiv bis zur Erschöpfung.

Ansonsten verlangen sie entschieden mehr Geduld und Aufmerksamkeit, so bereits beim Opener Ghost Of Yesterday, dessen trügerischer Stillstand die Konzentration zwangsläufig auf die halb verborgenen Details richtet, die für eine hinreichend brodelnde Anspannung sorgen, die sich nie so recht entladen kann und will.

Jedoch: Für den gleichermaßen naheliegenden wie überfälligen Einsatz des Klangs einer Tuba (Horizon) möchte man sie spontan umarmen: Während die von ihm getragene Melodie das Herz öffnet, bleibt das Fundament unnachgiebig stoisch – ein genialischer Moment, der als eine Art Conclusio dem gesamten Album einen dramaturgischen Twist verleiht. Doch schon zuvor säumen Kniffe, Finten und potemkinsche Dörfer den Weg zu einer angemessen vagen Ahnung von schaudernder Erkenntnis.

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