Jubiläums- und Abschiedsgeschenk zugleich: Mit Rarities & B-Sides (ab heute erhältlich) verabschieden sich Landsmann Bill Leeb und seine Delerium-Soundschmiede vom kanadischen Vorzeigelabel im Jahr seines dreißigjährigen Bestehens. Neben den für Komplettisten unverzichtbaren Remixen unvergessener Ambient-Trance-Triphop Smasher (Silence, Daylight, Underwater) wartet das Präsent mit drei zuvor verschollen geglaubten Tracks auf, die für Delerium recht ungewohnt klingen – und auch darum (beziehungsweise trotzdem) als besonders wertvoll gelten dürften.

Delerium: "Rarities & B-Sides" (Nettwerk/Soulfood)
Delerium: „Rarities & B-Sides“ (Nettwerk/Soulfood)

Als erster der drei auf DAT wiederentdeckten Tracks eröffnet Glimmer gleich die gesamte Kompilation: Ein Ehrenplatz, dessen sich der von Emily Haines gesungene Hybrid aus Spätneunziger-Soundästhetik und Flower Power-Flair als unbedingt würdig erweist.

Mit Aurora folgt direkt im Anschluss ein in der Urfassung etwas unscheinbares Instrumental, das nach seiner Wiederentdeckung von der Kanado-Schweizerin Rykka mit einer umso stärkeren Gesangslinie versehen wurde.

Es ist an Kristy Thirsk, deren Stimme zu einem der wesentlichen Trademarks des Mitte der 90er Jahre kommerziell verwertbar gewordenen Delerium-Sounds wurde, um mit Ray das gewichtigste Fundstück beizusteuern. Dieser vollendet ausgestaltete Triphop-Exkurs im Weichzeichner-Modus klingt nicht nur deutlich frischer als vermutet – er legt in diesem Sinne auch einen belastbaren Verdacht nahe, warum er seinerzeit aus dem Raster gefallen sein könnte. Sollte Bill Leeb mit Delerium bei Ray wieder ansetzen wollen, so könnte die Wiederbelebung seiner Spielwiese (neben den Schlachtfeldern von FLA) gut und gerne gelingen.

Ray, Promo Video:
youtube.com/watch?v=d86DrCyO5s4

delerium.ca
facebook.com/delerium

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert