"Jump In Roll Out": The Deaf in Köln (facebook.com/thedeafofficial)
„Jump In Roll Out“: The Deaf in Köln (facebook.com/thedeafofficial)

amusio: „Von denen zumindest eine bis heute Bestand hat. Doch warum ging es in Den Haag so dermaßen ab, und nicht etwa in Amsterdam?“

Spike: „Auf die Haager Szene wird mittlerweile mit viel Romantik zurückgeblickt. Aber der Ausgangspunkt war wohl, dass in sich in den Arbeitervierteln der Stadt viele Indonesier niederließen, deren Jugend verrückt jener neuen Musik war, die sie bereits aus dem australischen Radio kannte, während die Beat-Welle in Holland noch nicht angekommen war. Die Einwanderer gründeten entsprechend viele Combos, was dann die holländischen Jungs auf den Plan rief. Aus der Band- und Clubszene gingen auch heute legendäre Gangs hervor: die Bullen, die Kikkers oder die Plu’s. Natürlich mit strengem Dresscode und dem korrekten Gefährt: Puch-Mopeds mit Chopper-Gabeln! Muss eine wilde Zeit gewesen sein…“

amusio: „Deren Sound Ihr aber nicht 1:1 wiederbeleben wollt. Ich sage nur: Dead Moon …“

Spike: „Stimmt, ohne Dead Moon würde es The Deaf vielleicht nicht geben. Als ich sie 2006 in Groningen live gesehen habe, war ich hin und weg. Kein Konzert davor oder danach hat mich so begeistert. Tags drauf erfuhr ich, dass Fred Cole nach diesem, meinem Konzert beschlossen hatte, Dead Moon aufzulösen. Dabei hatte ich mich doch gerade so sehr in diese Band verliebt! Eine Band, die ja auch nicht den Sixties-Sound nur kopierte, sondern mit Einflüssen von den Ramones bis The Hives weiterentwickelte…“

amusio: „Und wie ging es dann weiter? Immerhin warst Du ja schon als DJ und mit Di-rect gut unterwegs…“

Spike: „Ein halbes Jahr nach dem Dead Moon-Erlebnis rief mich Janneke [Miss Fuzz] an. Sie wolle auf einem Strand-Festival eine Jamsession spielen, im Drei-Mann-Line-up von Dead Moon. Aus dieser Session ging anschließend The Deaf hervor.“

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