Ende des vergangenen Jahres erschien mit dem Debütalbum Fake Lights (Lifeforce/Soulfood) der schweizerischen Formation Last Leaf Down wie aus dem Stand ein Meisterwerk, das – zwischen (ethereal) Shoegaze und hochmelodischem Postrock vermittelnd – ganz eigene, gleichermaßen kraft- wie sehnsuchtsvolle Ausdrucksformen kultiviert. Anlässlich der Co-Tour mit Seasurfer, die Last Leaf Down in den Kölner Tsunami Club führte, fand sich Sascha Jeger, einer der mittlerweile drei (!) Gitarristen der Band, zu einem Gespräch ein, bei dem der Fragesteller allenfalls ahnen konnte, dass sich ein großartiges Konzert anschließen würde, bei dem die Band ihre besondere Klasse mehr als nur anzudeuten verstand.

Sascha Jeger, Last Leaf Down (Stephan Wolf)
Sascha Jeger, Last Leaf Down (Stephan Wolf)

amusio: „Ihr stammt aus dem Kanton Solothurn und bezeichnet Euren Stil als ‚Shoegaze from the Woods‘. Schwingt in Eurer Musik also auch eine gewisse Natur- oder Heimatverbundenheit mit?“

Sascha Jeger: „Heimatverbundenheit sicher nicht im nationalistischen oder patriotischen Sinne. Aber die Gegend, aus der wir kommen, mögen wir schon sehr. Vor allem unsere Wälder, die etwas Mystisches haben, was sich sicher indirekt auf unsere Musik auswirkt und in ihr mitschwingt. In zweiter Instanz verbinden wir mit unserer Bezeichnung auch eine gewisse Selbstironie: Solothurn ist nun einmal kein musikalischer Hotspot, erst recht nicht für Shoegaze.“

amusio: „Und wohl auch nicht für Postrock, von dem ich denke, dass ihr dessen stilistische Merkmale mit denen des Shoegaze verknüpft. Ich würde sogar behaupten, dass Ihr eine Postrock-Band seid, die in Songform dasjenige verdichtet, wofür ansonsten zehnminütige Instrumentalstücke benötigt werden…“

Sascha Jeger: „Dem würde ich durchaus zustimmen. Tatsächlich höre ich nach wie vor viel Postrock, doch als Musiker bevorzuge ich es, Songs nach einem fast schon klassischen Schema zu schreiben. Die Elemente des Shoegaze verwenden wir dabei sehr prominent als musikalisches Stilmittel, doch würden wir uns der entsprechenden Szene nicht unbedingt zuordnen wollen, zumal vieles, was derzeit in diesem Genre passiert, doch sehr stark von Indie-Rock dominiert ist.“

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