Mehr Wandel wagen, den individuellen Ausdruck nicht den modischen Grillen, sondern dem eigenen Empfinden unterwerfen – und wenn sich wer daran reibt, umso besser. Der introvertierte Befindlichkeits-Core von Yours Truly, Cellophane Nose war Beth Jeans Houghton, war 2012. 2015 ist Zeitgeist foppende Neo-Garage, ist Du Blonde. Und Welcome Back To Milk (ab 15. Mai via Mute/GoodToGo)? Ist das Dokument einer Laktoseintoleranz-Überwindung: Nicht die Milch, die Wut macht Magengrummen, also raus damit!

Du Blonde: "Welcome Back To Milk" (Mute/GoodToGo)
Du Blonde: „Welcome Back To Milk“ (Mute/GoodToGo)

Als Du Blonde an einer Verstopfung litt, schlug ihr Bassist Tim McVicar, von ihrer Laktoseintoleranz wissend, vor, dem Ganzen mit dem Genuss eines Milchkaffees ein Ende zu bereiten, den er ihr mit den Worten „Welcome back to milk“ servierte. „Ich dachte nur: ‚Albumtitel!’“, erinnert sich Du Blonde. „Andere Leute meinten dann zu dem Titel: ‚oh ja, das ist wie eine Rückkehr zur Mutter, zu den Ursprüngen‘. Darum ging es zwar nicht, aber ich mag auch diese spirituelle Perspektive.“

Die Geschichte des Albumtitels erklärt dennoch so einiges: Du Blonde neigt dazu, Bedeutungsebenen und Provokationen (Cover?!) heraufzubeschwören, um sie mit einem „so war das eigentlich doch gar nicht gemeint“ ins Leere laufen zu lassen – nachdem sie jegliches Interesse an und jede Aufregung um ihre Person erst mal schön hat wirken lassen. Aus diesem Zug spricht ihre neu (oder erstmals) gewonnene Souveränität, mit der sie sich nach Lust und Laune auf rechts oder links dreht. Nur sich von anderen auf den Kopf stellen oder sich diesen waschen lassen, das will sie nicht mehr. Dafür hält sie zu viel von ihm. Viel, nicht zu viel.

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