Hop In: Hop Along

Stimme zum Gedenken

Im Zentrum des Geschehens: Sängerin/Schreiberin Frances Quinlan. Ihr thematischer Aufgriff zweier gescheiterter (Musiker-) Existenzen (Jazz-Legende Buddy Bolden, Folk-Sänger Jackson C. Frank) auf Painted Shut (Saddle Creek/Cargo, ab morgen) liefert potenziell ordentlich Stoff für atmosphärisch desolate Schattenseiten, doch der energische Indie-Noiseblues von Hop Along strebt nach Licht, Wärme – und nach der entsprechenden Anerkennung, die vorbehaltlos ausgesprochen werden sollte.

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Hop Along: "Painted Shut" (Saddle Creek/Cargo)

Hop Along: „Painted Shut“ (Saddle Creek/Cargo)

Da mag die Band sich noch so ins Zeug legen, die Songs noch so direkt wirksam werden: Es ist Frances Quinlans Stimme, die den Unterschied macht. Vage zwischen Thalia Zedek und Janis Joplin einzugemeinden, ist sie das stets ungebrochene Aufmerksamkeit erzielende Schmiermittel dieses an songwriterischer Qualität nicht gerade armen Albums.

Dabei setzt Frances Quinlan ihre Stimme jederzeit songdienlich ein. Kein Wunder, hat sie das Material doch selbst geschrieben und in einen konzeptionellen Zusammenhang gebracht. An der Palette des Ausdrucks bedienen sich Gesang und Arrangement gleichermaßen reichlich. Ob gelöst rockend (Texas Funeral) oder sich konzentriert am Songgerüst abarbeitend (Horseshoe Crabs) – hier gehen Herz, Hirn und Bauchgefühl eine enge Allianz aus Anspruch und Ausdruck ein.

Auffallend sind die zahlreichen hymnischen Momente, die zunächst so gar nicht zu den psycho-pathologisch gezeichneten Biographien passen wollen, denen sich Hop Along auf Painted Shut widmen. Dieser erstaunliche Kniff erweist sich als eigentlicher Clou eines Albums, das aus dem Stand begeistert. Gegenstimmen? Keine!

facebook.com/hopalongtheband

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