In Leeds begann die Plattenwoche (Eaves), dort endet sie nun auch – mit Charlie Barnes und seinem Debütalbum More Stately Mansions (Superball Music/Universal). Was auch immer er (und die unter seinem Namen firmierende Band) mit der in der Headline aufgegriffenen Begrifflichkeit meint, eins steht fest: Das beste neue Muse-Album ist bereits erschienen. Und der Heilige Freddy schenkt dem Ganzen ein Lächeln.

Charlie Barnes: "More Stately Mansions" (Superball/Universal)
Charlie Barnes: „More Stately Mansions“ (Superball/Universal)

Bleiben wir doch direkt bei dem landauf landab bereits ins Feld geführten Vergleich mit Freddy Mercury. So man sich ihn in einem Kabarett der Abseitigkeiten vorzustellen vermag, das wahlweise von Amanda Palmer (Dresden Dolls), Marc Almond oder Mark Oliver Everett (Eels) geleitet wird, mag da nichts hinken. Doch die inbrünstig intonierten Moritaten aus dem Hause Barnes (fear of winning, gell?) gemahnen vor allem an die liebreizende Vorstellung, was aus Muse hätte werden können, wenn sie statt dem Stallgeruch des modernen Stadionrock den Lavendelduft des pittoresken Prog für sich entdeckt hätten.

Noch halten die Kompositionen auf More Stately Mansions den leidvollen Emphasen ihres Schöpfers noch nicht durchgängig stand. Aber das kann auch als Vorteil ausgelegt werden, sofern sich die überwiegend dicht am Gesang geführte Instrumentierung immer wieder jene Freiräume erlaubt, die als Regulativ und Amplitude gleichermaßen Salz streut – in Wunden, auf deren Rändern Charlie Barnes ansonsten vielleicht noch zu häufig ausrutschen würde.

Der Spagat zwischen sentimentalem Kammerspiel und in sich gebrochener Rock-Oper gelingt ihm schon jetzt: aus dem Stand und ohne Nachbesserung. Die Blessuren, die er uns mit erleiden lässt, bleiben indes nicht auf die Leistengegend beschränkt. Zum Auskurieren geht es die More Stately Mansions.

Charlie Barnes live:

23.05. Dortmund (Way Back When Festival)
24.05. Mannheim (Maifeld Derby)

Macbeth, Macbeth, Macbeth ;-):
youtube.com/watch?v=AN4Cdk0R-t4

charliebarnes.tumblr.com
facebook.com/charliebarnesmusic

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