Einziges Deutschland-Konzert in Köln

35 Jahre, 25 Alben: The Church

Als 1982 mit The Blurred Crusade das erste Album der in Sydney gegründeten Band seinen Weltumlauf startete, wurde man auch hierzulande schnell hellhörig. Der schwebende Klang der Rickenbacher, gepaart mit einem zwischen New Wave und Neo-Psychedelia pendelnden Outfit – das war anders, das war neu. Dass The Church – offiziell 24 Alben später – nur für ein einziges Konzert (am 31. Mai im Luxor zu Köln) deutschen Boden betreten, mag an dem hiesigen Geheimtipp-Status liegen, den die Band um Vordenker Steve Kilbey hierzulande nicht hat abstreifen können.

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The Church 2015 (thechurchband.net)

The Church 2015 (thechurchband.net)

Auf The Blurred Crusade erschienen in kurz getakteter Folge drei weitere Alben, die den eigentümlichen Stil zwar weiter vertieften, die Band jedoch vor allem als verlässliche Stimmungsmacher für Paisley-Hemden tragende Kenner etablierten.

Doch mit Starfish und dem darauf enthaltenen Under A Milky Way schien sich 1988 das Blatt zu wenden. Anstatt die Option für einen kommerziell lohnenderen Karriereverlauf zu ziehen, wurden die folgenden Alben, allen voran Priest=Aura (1992), zunehmend sperriger, komplexer, düsterer und zugleich anspruchs- und gehaltvoller. Wer The Church bis dahin kennen und schätzen gelernt hatte, verfolgte weiterhin gespannt den Werdegang einer Kultband, den Nicht-Infizierten blieb Under A Milky Way.

Zu den qualitativ nach wie vor stets ansprechenden Alben gesellten sich die – heute nahezu in Vergessenheit geratenen – Solo-Arbeiten von Steve Kilbey (Earthed, Unearthed) und Peter Koppes (Manchild & Myth) sowie zahlreiche Projekte von Martin Willson-Piper. Vieles von dem an den Rändern des Bandgefüges Entstandene hinterließ einen entschlosseneren Eindruck als die Erzeugnisse der Stammformation, da diese über weite Strecken auch eine Band auf der Suche nach sich selbst offenbarten.

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