Interview mit Ghostpoet

„Ich bin kein Übermensch“

Sein aktuelles Album Shedding Skin schlägt eine bisher noch selten begangene Brücke zwischen geschmeidigem Dark-Hop-Blues und knarzigem Dark-Wave-Rock. Derart gewappnet gab sich Obaro Ejimiwe alias Ghostpoet im Brückenlauf des Club Bahnhof Ehrenfeld zu Köln die Ehre, dort gemeinsam mit seiner prächtig aufspielenden Band ein noch prächtigeres Konzert – und ließ also den Worten des kurz zuvor erfolgten Gesprächs Taten folgen, die ihn über den Abend hinaus bei allen Anwesenden zum bleibenden Thema gemacht haben dürften. Erst ausdrücklich nachdenklich, dann nachdrücklich denkwürdig: Ghostpoet.

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Ghostpoet in Ehrenfeld (Stephan Wolf)

Ghostpoet in Ehrenfeld (Stephan Wolf)

amusio: „Hi Obaro, bist Du arg genervt von der Anreise, die aufgrund des Bahnstreiks deutlich länger gedauert hat?“

Ghostpoet: „Ach was, kein Problem. Wir sind hier, das ist die Hauptsache. Und die Verspätung holen wir schon wieder auf.“

amusio: „Wie war es in Hamburg und Berlin?“

Ghostpoet: „Großartig! Ich glaube, beide Gigs waren ausverkauft, die Stimmung entsprechend intensiv und ausgelassen. Nun, ich war ja schon mal in Berlin und auch hier in Köln, das waren auch schon sehr gelungene Abende. Aber die aktuelle Tour macht besonders viel Spaß, weil wir sie als eingespielte Band bestreiten. Und – diese tolle Band macht mir meinen Job so einfach und vergnüglich, das ist einfach wunderbar! Gemeinsam unterwegs zu sein und dann auf der Bühne jene Eigendynamik zur Entfaltung kommen zu lassen, die nur das blinde Verständnis untereinander ermöglicht, das fühlt sich verdammt gut an.“

amusio: „Was ja auch der Entstehung Deines aktuellen Albums Shedding Skin entspricht, das im Band-Outfit entstanden ist. War die Live-Umsetzung bereits im Studio mitgedacht? Entspricht das dortige Personal dem des heutigen Abends?“

Ghostpoet: „Bis auf die weiblichen Gesangsparts, die unsere Keyboarderin übernimmt, ist das Line-Up der Tour mit dem der Platte identisch. So wird John Calvert, der Shedding Skin co-produziert hat, nachher auch den Bass bedienen. Und genau so hatte ich mir das auch gewünscht und vorgestellt. Ich wollte mit Shedding Skin ein Gitarren-basiertes Album in klassischer Bandbesetzung erschaffen, denn – ich liebe Gitarrenbands! Und ich habe riesigen Spaß daran, nun auch selbst mit einer Gitarrenband unterwegs zu sein.“

amusio: „Mehr Spaß als zu Zeiten in denen Du eher in Form eines MC aufgetreten bist?“

Ghostpoet: „Ich will das nicht vergleichen. Fest steht aber, dass der Sound ein anderer geworden ist. Homogener. Besser. Und dass der Ghostpoet menschlicher, nahbarer geworden ist. So macht es mir auch Spaß, mit Dir hier zu sitzen und laut darüber nachzudenken, warum mir mein aktuelles Schaffen selbst so gut gefällt (lacht).“

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