(lydia-lunch-official.com)
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Rein musikalisch zehrt und zerrt der Retrovirus an sämtlichen Virenstämmen der Erstverseuchung, keine Rückbesinnung ohne Ausblick: Lydia Lunch gehört zu den seltenen Erscheinungen, die ihre selbstbezogene Retrospektive nicht als einen Versuch zur Eindämmung des allgegenwärtigen Gedächtnisschwunds einsetzt. Die Nostalgie der Überlebenden überlässt sie den zu spät Geborenen.

Wenn sie mit Urge To Kill auch eine Ausnahme von der Regel zulässt, Erwartungen nicht zu erfüllen, so mangelt es ihr nicht an ausgesuchten Betätigungsfeldern, in denen sie die Schärfe ihres libertinären Intellekts an eine anarchische Lust am Erproben und Überraschen koppelt.

Stellvertretend für ihre zahlreichen Spoken Word Performances und Kunst/Künstler-Kollaborationen sei an die Alben an der Seite von Cypress Grove erinnert, die mit düsteren Country-Folk-Balladen („Liebeslieder für gebrochene Herzen“, LL) nicht unbedingt das beinhalten, was sich etwa ihr Label Rustblade davon versprach. Doch nachdem bereits A Fistful Of Desert Blues in herausragender Weise eine weitere Facette ihrer unberechenbaren Talente offenbarte, hat sie mit Twin Horses gleich nochmal nachgelegt.

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