Denovali 10 Köln

4/4 – 3/6

Denovali 10 – die Veranstaltungsreihe anlässlich seines zehnten Jubiläums führte das in Bochum ansässige Label von internationalem Rang auch in den Kölner Stadtgarten. Mit Carlos Cipa, Poppy Ackroyd und Petrels bot das Line-Up hinlänglich bewährte Kräfte aus dem hauseigenen Roster auf, bevor Neuzugang Orson Hentschel für die Überraschung eines rundum gelungen Abends der gepflegten musikalischen Unterhaltung sowie des regen Gedankenaustauschs zwischen Künstlern, Label-Betreibern und Gästen sorgte.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Poppy Ackroyd & Oliver Barrett / Petrels (Stephan Wolf)

Poppy Ackroyd & Oliver Barrett / Petrels (Stephan Wolf)

Den dritten von insgesamt sechs Konzertabenden an sechs verschiedenen Orten mit jeweils unterschiedlicher Besetzung eröffnet der in München ansässige Pianist Carlos Cipa. Wie schon auf seinem Album All Your Life You Walk gelingt es dem gleichsam an Claude Debussy, Maurice Ravel, Steve Reich oder David Lang geschulten Freigeist der Klaviatur vom ersten Anschlag an, eine wohlig verbindliche Atmosphäre zu erzeugen. Den Grenzverlauf von Komposition und Improvisation verwischt er mit leichter Hand und unter völligem Verzicht auf plakativ überladene Gesten.

Dabei deutet er – mit offenbarer Freude an der wohl bewusst nur nachlässig kaschierten Nuancierung – Klangwelten an, deren unmittelbare Anwesenheit – trotz aller scheinbaren Beiläufigkeit des Vortrags – nicht zu verleugnen ist. Es schwingt stets ein spielmechanisch kaum zu dechiffrierendes Moment der Ausweitung mit. Diesem jedoch ein Eigenleben attestieren zu wollen, käme einer Verkennung der eigentümlichen Klasse von Carlos Cipa gleich, mit der er seinen Instinkt schärft und zu einer Intention verwandelt, die also kontrolliert zu den zauberhaft flüchtigen Momenten des Mehrwerts führt.

Carlos Cipa (Stephan Wolf)

Carlos Cipa (Stephan Wolf)

Anschließend betritt mit der Pianistin und Violinistin Poppy Ackroyd der „Star“ des Abends die Bühne. Ihr Auftritt wird seitens des Publikums von Beginn an gefeiert; es scheint, als habe sich die britische Klangkünstlerin bereits mit ihren bisherigen Auftritten sowie ihren Alben Escapement und Feathers in die Herzen und Relevant Sets einer Zuhörerschaft gespielt, die nachvollzieht, was Poppy Ackroyd bewegt und kennzeichnet. Zwischen romantisierender Verklärung und der Klarheit ihres Amalgams aus Spiel und Loop lässt sie jederzeit eine Signatur erkennen, die von einer tiefen Kenntnis jener emotionalen Codes zeugt, mit denen ihre Kompositionen zwischen Naturverbundenheit und Träumerei oszillieren.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!