Poppy Ackroyd (Stephan Wolf)
Poppy Ackroyd (Stephan Wolf)

Teilweise von den zu Escapement entstandenen Kurzfilmen des Videokünstlers Lumen untermalt, genügen Poppy Ackroyd gut vierzig Minuten, um sämtliche Facetten ihres Schaffens mehr als nur anzudeuten. Dabei erweist sie sich als eine Meisterin im Umgang mit Intensitäten. Sie baut auf und nimmt wieder zurück, ganz so wie es die innere Logik ihres Musikverständnisses vorgibt.

Es ist beileibe keine weichgespülte Neo-Klassik, die sie im Schilde führt. Vielmehr versinnbildlichen ihre Klangmalereien den ambivalenten Reiz von nebulösen Untiefen, jedoch ohne sich angesichts dieser latenten Konfrontation in pessimistische Verbissenheit oder gar in Drastik zu versenken. Aufrichtige Nahbarkeit und eine entsprechend transparent gehaltene Klangfülle führen bei Poppy Ackroyd auch an diesem Abend zu einem Erlebnis, das bei aller Tendenz zur Entrücktheit die Bodenhaftung nicht verliert (vielleicht absolviert die Künstlerin ihren umjubelten Auftritt wohlweislich barfüßig).

Nach den beiden piano-fokussierten Darbietungen ist es an der Zeit für eine Zäsur. Oliver Barrett alias Petrels nutzt die Gunst der vorgerückten Stunde, um mit fulminanten Variationen des Materials seiner neuen (erhaben überschwänglich ausgestalteten) Veröffentlichung Flailing Tomb nicht zuletzt das exzellente Sound-System des Stadtgartens einer Belastungsprobe zu unterziehen, die beide – Künstler und Technik – unbeschadet und mit Bravour bestehen.

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