Petrels / Oliver Barrett (Stephan Wolf)
Petrels / Oliver Barrett (Stephan Wolf)

Im anschließenden Gespräch gibt der Londoner zu, dass es ihm schwerfalle, sich zu mäßigen. Umso mehr gilt es sein Set zu würdigen, das bei aller Neigung zum Überborden geschickt bei den sich hierzu anbietenden Gelegenheiten abbremst. Noch mehr von den tribalen Chören und Trommeln, den bombastischen Flächen und den Flirts mit 4/4-getakteter Eingängigkeit – und das Ganze würde Gefahr laufen, den Kitsch-Alarm auszulösen. Doch Oliver Barrett ist Ökonom genug, um seine Radien derart sensibel zu bemessen, dass kein Trigger überflüssig oder aufgesetzt wirkt. Schade, dass auch die als zeitlos empfundene Zeit eines solchen Erlebnisses vergeht.

Tröstlich, wenn sich mit dem Düsseldorfer Orson Hentschel noch ein Extra anschließt, das den Abend hoch energetisch ausklingen lässt. An der Seite von Schlagzeuger Lukas Baumgart zelebriert die Denovali-Neuentdeckung einen teilweise schroff bis brutal aufbereiteten Mix aus zahlreichen Electronica-Ingredienzien, die jedoch keine externen Ideengeber zu erkennen geben, die klar zu benennen wären. Für einen Newcomer ein Kompliment, für die Anwesenden eine Konfrontation, der sich zu stellen freilich nicht jeder bereit ist. So sind die zwischenzeitlich stoisch beibehaltenen Sequenzen oder die irisierend wirksamen rhythmischen Verschleppungen der Schlagzeugarbeit dem einen eine Offenbarung, dem anderen ein Affront.

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