Ralph Siegel – Eurovision Flop beim 1. Halbfinale

Beim ersten Eurovision Song Contest in Moskau gestern konnte Ralph Siegels Teilnehmerin Andrea Demirovic aus Montenegro nicht überzeugen. Im Gegenzug wurden Disco-Nummern, Balladen und Hymnen voller Pathos gefeiert. Besonders glänzte der türkische Beitrag mit viel Bauchtanz-Sexappeal sowie ein Rock-Opern-Gemisch aus Schweden.

Gestern konnten sich 10 von 18 Teams für

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das Finale des Eurovision Song Contests , welches am 16. Mai stattfindet, qualifizieren. Die Halbfinalgewinner vertreten die Türkei, Schweden, Portugal, Malta, Israel, Bosnien-Herzegowina, Finnland, Armenien, Island und Rumänien. Am Donnerstag findet das nächste Halbfinale mit 19 Teilnehmern statt, bei dem die letzten 10 Finalplätze vergeben werden.

Der Komponist und Produzent Ralph Siegel, der mit der Sängerin Nicole („Ein Bisschen Frieden“) im Jahre 1982 den einzigen Grand-Prix-Sieg für Deutschland holte, musste gestern einen Flop seines Songs „Just Get Out Of My Life“ von Andrea Demirovich (Montenegro) hinnehmen.

Dafür glänzte im Gegenzug der türkische Beitrag „Düm Tek Tek“ der Popsängerin Hadise – allerdings wohl eher durch spektakuläre Bauchtanzeinlagen denn durch musikalische Qualität. Hadise wird als eine der Favoriten für den Grand-Prix-Sieg gehandelt.

Balladen über den Frieden. Das kam ja schon 1982 gut an. Und wenn jetzt das jüdisch-arabische Duo Noa & Mira Awad ihr Peace-Lied „There Must Be Another Way“ (ein Song über die Versöhnung im Nahen Osten!!!) zum Besten gibt, lässt sie wohl eher ihre Political Correctness weiterkommen. Obwohl die Melodie und der leichte Upbeat durchaus ins Ohr gehen. Nicht wirklich der schlechteste Song.

Die Sopranistin Malena Ernman aus Schweden verband beim Halbfinale mit ihrer Nummer „La Voix“ geschickt die Genres Klassik, Electro und Rock. Auch wieder mit einer eingängigen Melodie.

Ethno-Pop der eher an türkische denn an armenische Volkslieder erinnerte, lieferte das „geschmückte“ Duo Inga & Anush mit ihrem Song „Jan Jan“ ab. Die Isländerisch Yohanna sang mit „Is It True?“ eine Ballade, die von der Melodie die Singer-Songwriter Hits von Natalie Imbruglia und Alanis Morissette Vorbild genommen hatte.

Die Sängerin Elena besang mit ihrer an R’nB anküpfenden Tanznummer die „Balkan Girls„, die finnischen Waldo’s People scheinen mit ihrem Beitrag „Lose Control“ DJ Bobo in langweiligem „BumBum“-Dance-Pop mit laienhaftem Rap nahezu kopiert zu haben:

Sommerfeeling wollten wohl Flor-de-Lis aus Portugal mit ihrem Song „Todas As Ruas Do Amor“ auf die Bühne bringen – es klang jedoch eher nach einem fehlgeschlagenen Versuch, Bacardi Feeling mit Bob Marley und Jack Johnson miteinander zu verknüpfen. Die „große“ Chiara aus Malta brachte einen Pathos-Balladen-Popsong („What If We„) auf die Bühne, dessen kleiner Ansatz von Qualität durch ihre Kopfbewegungen à la horizontalem Wackeldackel gleich wieder kaputt gemacht wurde.

Die Band Regina aus Bosnien-Herzegowina schaffte den Einzug ins Finale mit ihrer leicht nationalistisch angehauchten Militär-Hymne „Bistra Voda„, deren Rhythmus einigen vielleicht aus „Those Were The Days“ von Mary Hopkin bekannt vorkommen dürfte.

Laut den neue ESC-Regeln müssen sich die Interpreten Deutschlands, Spaniens, Frankreichs, Großbritanniens und Russlands nicht mehr qualifizieren, sondern treten automatisch im Finale gegen die übrigen Teilnehmer an.

Übrigens: Georgien wurde vom diesjährigen Eurovision Song Contest disqulifiziert, weil das Teilnehmerlied „We don’t wanna put in“ einen Angriff gegen Russlands Regierungschef Wladimir Putin dargestellt habe.

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