Von Abba bis Zhala

Cosmic Pop ohne Grenzen

Die Debüt-EP Prophet ließ bereits erahnen, dass mit Zhala Rifat eine Künstlerin an den Start gegangen war, der Aufmerksamkeit wenig bedeutet, so sie sich nicht auf ihre musikalische Repräsentation bezieht. Dass ihr jeglicher Fertigproduktcharakter wesensfremd ist und sie ihre Kräfte unbefangen auf die Einrichtung einer eigenen Nische bündelt. Auf ihrem selbst betitelten Debütalbum (ab Freitag via Konichiwa/Caroline) gestaltet sie diese Nische weiter aus – und findet sich auch in zuvor unabsehbaren Kontexten ausgezeichnet zurecht.

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Zhala: "Zhala" (Konichiwa/Caroline)

Zhala: „Zhala“ (Konichiwa/Caroline)

Ihr selbsternannter Cosmic Pop funktioniert sowohl in der Ausgangsposition (erstes Signing auf dem von Robyn gegründeten Konichiwa-Label, mit Lykke Li auf Tour), in der gesellschaftlichen Habachtstellung (als schwedische Kurdin), als auch auf einem Terrain, das zu betreten ihr vielleicht gar nicht vorschwebte.

So erweist sich ihr Album über weite Strecken etwa auch (und in überraschender Weise) mit den Sound-Gebaren des (Dark) Wave kompatibel. Oder beweist diese Feststellung nur, dass Zhalas Ausdrucksvermögen und ihre Wahl der Mittel so allerhand bereithalten, um die Assoziationsketten ihrer Hörer gehörig rasseln zu lassen?

„I’m inspired by everyone from Marilyn Manson to Bette Midler“, bekennt Zhala – und ihr Album spricht dem selbst in beiläufigen Nuancen nicht entgegen. Da könnte der Eintritt in jene Märkte schwerfallen, die auf Eindeutigkeit geeicht sind. Wohin dann mit dem Pop-Appeal? Dem Aerobic Lambada? Zurück damit in die ephemer hippen Clubsubszenen dieser Welt? Es wäre zu schade…

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