Interview mit Scream Silence

„Inzwischen sind wir sehr gut im Weglassen“

Am 5. Juni erscheint mit Heartburnt (Plainsong/Alive) ein neues Album der Berliner Dark Rock-Institution Scream Silence. Und wie schon bei den acht Alben zuvor, ist es ihnen gelungen, sich in jeglicher Hinsicht zu steigern. Nicht ganz. Denn hinsichtlich der grundsätzlichen Herangehensweise hat sich ein kluger Hang zur Reduktion durchsetzen können, der vor allem die bare Güte des Songmaterials hervortreten lässt. Hierzu melden sich Sänger Hardy Fieting und Gitarrist Robert Klausch aus ihrem Studio, aber auch um weitere Auskünfte über das Wesen und Werden ihrer Ausnahmeband zu erteilen.

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Scream Silence: "Heartburnt" (Plainsong/Alive)

Scream Silence: „Heartburnt“ (Plainsong/Alive)

amusio: „Seit To Die For, Eurem Debüt von 1998, sind mit Heartburnt nun insgesamt neun Alben entstanden. Überrascht Euch diese Kontinuität im Nachhinein? Oder war für Euch bereits 1998 absehbar, dass Ihr Euch so langfristig etablieren würdet?“

Hardy Fieting: „1998 haben wir gewiss nicht an 2015 gedacht. Wir sind damals mit unseren ersten zehn Songs ins Geschäft gestolpert. Als diese dann auf Anhieb gut ankamen, wurde uns klar, dass es Bedarf an uns gab und wir einfach nachlegen mussten, um einen festen Stand zu erlangen. Auf dieser Basis haben wir uns beharrlich vorwärtsbewegt, wobei unser Fokus stets von einem Album zum nächsten gerichtet blieb.“

Robert Klausch: „Dabei war uns die eigene Weiterentwicklung extrem wichtig. Wären wir an einem Punkt angelangt, an dem wir uns nur noch hätten wiederholen können, hätten wir die Segel gestrichen. Aber wir haben immer wieder neue Einflüsse zugelassen und im Laufe der Jahre auch einige Musiker neu integriert. So hat nicht nur unsere Popularität stetig zugenommen, sondern auch unser musikalisches Vermögen, um immer wieder eine weitere Entwicklungsstufe zu erklimmen. Spätestens seitdem wir die Vorzüge eines eigenen Studios genießen, stellt sich die Frage, ob wir an Sceam Silence festhalten wollen, erst recht nicht mehr.“

Hardy Fieting: „Unsere Musik ist für uns längst zu einer alternativlosen Notwendigkeit geworden. Darüber hinaus zu wissen, dass die eigene Musik vielen Menschen – von Mitte bis Mexiko – etwas bedeutet, ist neben ihrer Ventilfunktion für persönliche Befindlichkeiten ein mindestens ebenso wichtiger Antrieb, um sich ihr immer wieder intensiv zu widmen. Aussteigen kann man vielleicht noch mit Anfang zwanzig, wenn man feststellen muss, dass man über eine gewisse Talentfreiheit verfügt (lacht).“

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