„Zu wenig Sonnenschein, zu viel Regen / und irgendwie können wir einfach nicht drüber reden“ (Loswerden, im Original von Die Regierung) – wie sich Redehemmungen stilsicher überwinden lassen, exerziert Ex-King Rocko Schamoni mit den großartigen Texten der von ihm ausgewählten und gemeinsam mit einem Jazz-Orchester eingespielten Kleinoden deutschsprachiger Liedgutperlen. Die Vergessenen (ab morgen via Staatsakt/Caroline/Universal) atmet den Geist der Verwandlung: von der Tristesse zur Grandezza.

Rocko Schamoni & L'Orchestre Mirage: "Die Vergessenen" (Staatsakt/Caroline/Universal)
Rocko Schamoni & L’Orchestre Mirage: „Die Vergessenen“ (Staatsakt/Caroline/Universal)

Das zeitlose Klanggewand einer kleinen, aber groß aufspielenden Big Band (dem Orchester „Mirage“ – klingt halt schicker als etwa Orchester „Phantom“, so es um den Aufgriff populärer Bezeichnungen von Kampfflugzeugen geht) umhüllt tight wie ein Latexhandschuh die von Rocko „Dickie“ Schamoni traumhaft treffsicher auserkorenen und sensibel intonierten, tja, Chansons deutscher Zunge aus Jahrzehnten des in Vergessenheit Geratens. So sie je gekannt wurden.

Dabei gelingt es dem Initiator Schamoni mit seinem subtilen Vortrag den Urhebern einen unverkennbaren Tribut zu zollen. Er gibt den Rio Reiser (Morgenlicht) ebenso wie den Manfred Krug (Früh war der Tag erwacht) mit den Mitteln einer gekonnten Annäherung. Auch der Aufgriff der Lassie Singers (Ist das wieder oder so ’ne Phase) gerät zu einem Triumph der Einfühlung, zumal sich Schamoni des besten Songs angenommen hat, den die Kreuzberger Mädels je hinbekommen haben.

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