Augen zu. Stimme hören und Alter des Sängers schätzen. Wer anschließend seinen Tipp nicht um mindestens zweieinhalb Jahrzehnte nach unten korrigieren muss, um dem wahren Alter von Daniel Welbat alias WellBad gerecht zu werden, der dürfte längst verlernt haben, seinen Ohren zu trauen. Anyway, WellBad – 26 Jahre jung – fasziniert mit einer Stimme, die dem Vergleich mit der Fusel-Röhre eines Tom Waits standhält. Doch auch das variable Songwriting des Hamburgers weiß auf seiner zweiten CD Judgement Days (ab Freitag via Blue Central Records/Membran) auch den letzten Zweifler zu überzeugen.

WellBad: "Judgement Days" (Blue Central Records/Membran)
WellBad: „Judgement Days“ (Blue Central Records/Membran)

Neben Tom Waits gehören auch Willie Dixon oder Joe Cocker zu den gern genannten Referenzen, die WellBad hervorragend erträgt. Man könnte ihn auch als das derbe Pendant zu Andreas Kümmert bezeichnen, doch damit wäre ihm dann doch Unrecht getan. Denn bei ihm wird nichts weichgespült, nichts angepasst – und vor allem nichts unterlassen, um einem erdigen, von bittersüßem Blues angetriebenen Groove den Weg zu bahnen.

In der seiner Wahl der Mittel bestens beraten, brilliert WellBad auf seinem von Stephan Gade einfühlsam produzierten Album von Song zu Song. Vielleicht darf als Anspieltipp One Kiss Too Late hervorgehoben werden, da dieser flott gebrochene Funker WellBad in besonderem Maße die Gelegenheit gibt, seine Variabilität in Stimme und Ausdruck unter Beweis zu stellen. Aber im Prinzip verdient sich jeder Track eine besondere Belobigung. Nehmen wir einmal nichts vorweg, sondern stellen blitzsauber fest: Very well done, WellBad! Really f****** awesome…

A Little Pain (Vorsicht, das Locker-Leichte führt auf eine falsche Fährte…):
youtube.com/watch?v=cpqcDIzKbiA

wellbad.de
facebook.com/WellBadMusic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert