Nachdem im vergangenen Jahr die Rand- und Begleiterscheinungen des Wave Gotik Treffens im Mittelpunkt unserer abschließenden Betrachtungen gestanden haben, stehen in diesem Jahr die von uns besuchten musikalischen Darbietungen im Fokus. Schließlich hat sich die Szene im Laufe des vergangenen Jahres ebenso wenig verändert, wie ihr Schlüsselevent zu Leipzig. Wie immer konnte ein jeder nach seiner Fasson glücklich werden, zumal die Organisation erneut nahezu perfekt die Bahnen der Besucherströme zu den überaus zahlreich gebotenen Attraktionen zu lenken verstand.

(wave-gotik-treffen.de)
(wave-gotik-treffen.de)

Und wieder das alte Leid zu Leipzig: Instant-Auto-Klonen gehört nach wie vor zu den am dringlichsten benötigten Innovationen der Technologie. Aber das ist noch zu kurz gedacht. Denn wenn sich alle spontan klonen könnten, würden die ohnehin gut bis sehr gut gefüllten (und manchmal gar vor Überfüllung geschlossenen) Venues gleich um ein Vielfaches zu klein geraten sein. Eine plötzliche Verdopplung der Besucherzahl würde schlicht den Rahmen sprengen.

So das WGT in den kommenden Jahren noch weiter wachsen sollte, empfiehlt sich zwar die Hinzunahme von zwei bis drei weiteren Veranstaltungsorten, doch selbst dieses Entgegenkommen würde nicht von der süßen Bürde befreien, sich sein individuelles Programm zusammenzustellen, abzuwägen und zu koordinieren. Oder aber, man lässt sich einfach treiben und genießt ohne Hektik – vielleicht die beste Art, um sich selbst zu überraschen und Entdeckungen zu machen.

Das Fassungsvermögen der Haupthalle im Agra-Gelände sieht überraschende Entdeckung kaum vor. Hier gehören selbstverständlich die großen Namen hin: Deine Lakaien, Eisbrecher, Front 242, Mono Inc. und Combichrist. Dieses Line-up würde jedem konventionellen Szene-Festival zur Ehre gereichen, doch beim WGT erscheinen die „Zugpferde“ allenfalls als Primi inter Pares.

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