Beseelt stur: The Iron Lung Quintet

Lust an Leid und Lied

Das eigenmächtig zum Indie-Orchester ernannte Hamburger Quintett um Sänger und Tastenmann Christian Uhlig bläst mit seinem zweiten Longplayer Whispers & Roars (popup-records) zum Sturm auf die Bastille – um ausnahmsweise mal einen Geschichtsmythos zu bemühen, dem es also fortan obliegt, das stilistisch Revolutionäre der weit ausholend gestrickten Songkonstrukte nach Art der Andeutung zu würdigen. Oder haben Sie schon mal Urban Country Music mit Kunst-Shanty-Chansons (vgl. Get Well Soon) im Postrock-Gewand der Marken Tortoise und Kante gekreuzt? Na also.

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The Iron Lung Quintet: "Whispers & Roars" (popup-records)

The Iron Lung Quintet: „Whispers & Roars“ (popup-records)

Ob es The Iron Lung Quintet nun daran gelegen oder schnuppe war: Whispers & Roars manifestiert mit jeder noch so unverfroren eingebrachten Idee die totale Andersartigkeit. Da mag die Stimme mit ein kehligem Grollen auch an die Tom Waits-Liga gemahnen, darüber hinaus hat es sich mit den kurzerhand handhabbaren Kurzschlüssen auch schon erledigt.

Zumal jeder einzelne Song seine ganz eigenen Paraden abnimmt, was den finalen Eindruck eines in sich geschlossenen Albums locker diskreditieren könnte – nur für den Fall, dass er sich einmal nicht einstellen sollte, wenn die mit ihren Reizen verschwenderisch (jedoch nicht inflationär) ausgestaltete Stunde beredter Kurzweil ein weiteres Mal zu Ende geht.

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