Einziges Deutschland-Konzert

The Church in Köln

Was macht eine Band, die in 35 turbulenten Jahren ihres Bestehens 24 deutlich mehr denn weniger herausragende Alben veröffentlicht hat und ihrem besonderen Status mit einen knapp zweistündigen Set gerecht werden will? Sie lässt sich nichts anmerken. Bei ihrem Gastspiel im Kölner Luxor wirkten Steve Kilbey, Peter Koppes & Co. so dermaßen entspannt und frisch, dass der Eindruck einer Band entstand, die mit ihrer Vergangenheit ebenso souverän umzugehen weiß, wie mit der vermeintlichen Bürde, auch höchste Erwartungen im Hier und Jetzt zu erfüllen.

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Steve Kilbey (Stephan Wolf)

Steve Kilbey (Stephan Wolf)

Das Klangbild je nach Bedarf mit bis zu sechs aktiven Musikern ausgestattet, lassen The Church von den ersten voluminös mehrstimmigen Akkorden an keine Zweifel aufkommen, dass sie willens sind, ihren Nimbus einer in jeglicher Hinsicht erstklassigen Live-Band angemessen locker und leicht zu bestätigen. Mit zunächst sparsamen, später auch ausholenden Gesten, einer einnehmenden Präsenz sowie ungebrochen charakteristischem Gesang (mit Abzügen in der Kopfnote) weiß Vordenker Steve Kilbey sehr genau, wo er den Schlüssel zum Verständnis seiner oftmals weit ausholenden Kompositionen ins passende Schloss zu stecken hat.

Altstamm-Gitarrist Peter Koppes zockt dagegen schelmisch unbeteiligt eine melodisch effektive Großtat nach der anderen, Ian Haug hält sich als Dauervertretung von Marty Wilson-Piper dagegen sachdienlich zurück und sorgt dabei für die geschmackvolle Füllung auch noch der kleinsten Lücke in der brillant aufbereiteten Wall Of Sound. Und Tim Powels überrascht am Schlagzeug immer wieder mit rhythmischen Akzentuierungen, die auch von den beiden Ergänzungsmusikern geistesgegenwärtig aufgegriffen werden. Hier spielt eine Band, die nicht nur weiß, was sie tut. Sondern ihr Wissen darüber hinaus in emotionale Stimmungswechsel zu übertragen versteht, die zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar machen, welche Nuancen sie als nächstes ansteuern wird.

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