The Church (Stephan Wolf)
The Church (Stephan Wolf)

Angesichts des immensen Repertoires erweist sich die Setlist als gleichermaßen spannende Angelegenheit. Obwohl Steve Kilbey das neue Album Further/Deeper in höchsten Tönen anpreist („das beste Album, das je gemacht wurde und je gemacht werden wird“), werden gerade mal zwei Stücke davon präsentiert, wobei das den Hauptteil beschließende Miami schon jetzt als ein weiteres Meisterwerk der ausgedehnten Liedkunst zu gelten hat. Prinzipiell halten sich ausgelassene Konzentration (wie bei den beiden Charthits Metropolis und Under A Milky Way oder dem Kleinod You’re Still Beautiful) und konzentrierte Ausschweifung die Waage. So gerät You Took (vom 82er-Album The Blurred Crusade) zu einer ebenso psychedelisch delikaten Angelegenheit wie etwa das abschließende Reptile (vom Erfolgsalbum Starfish, wobei dem Meisterwerk Priest = Aura insgesamt noch etwas mehr Berücksichtigung zuteil wird).

Steve Kilbey / The Church (Stephan Wolf)
Steve Kilbey / The Church (Stephan Wolf)

Zu einem Highlight unter Glanzlichtern gerät Mhyrr: Vom Album Heyday als ein zwar zügiger, aber dennoch zurückhaltender Opener bekannt, entfaltet das Stück heute – mit der geballten Wucht von 24 Gitarrensaiten dargeboten – eine ungeahnte Druckwelle, an der sich Einfühlungsvermögen und Arrangement lustvoll brechen. Das Fazit fällt eindeutig aus: Großartiges Konzert einer absolut intakten und alerten Band. Schade nur, dass bis zum nächsten Gastspiel vermutlich wieder Jahre vergehen werden. Aber so vital wie sich The Church anno 2015 präsentieren, nährt sich die Zuversicht, dass die Intervalle wieder kürzer werden.

thechurchband.net
facebook.com/thechurchband

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert