Ihren bislang größten Erfolg feierte die in Paris geborene und in Israel aufgewachsene Yael Naim 2008 mit dem flockigen Sommertitel New Soul, nicht zuletzt dank dessen Einsatz für einen Apple-TV-Spot. Das dazugehörige Album, dessen Repertoire gegenüber der Auskopplung mit deutlich gehaltvollerer Instrumentierung zwischen entspannten bis betrübten Stimmungen abwechselte, blieb dagegen die ganz große Aufmerksamkeit verwehrt. Mit dem neuen Album Older (Embassy Of Music/Warner) sollte sich dies ändern.

Yael Naim: "Older" (Embassy Of Music/Warner)
Yael Naim: „Older“ (Embassy Of Music/Warner)

Erneut an der Seite ihres Produzenten und Co-Autoren David Donatien entwirft Yael Naim auf ihrem insgesamt dritten Album ein Kaleidoskop wohl temperierter Atmosphären, das gleichermaßen mit Abwechslungsreichtum und einer eigenen Signatur zu glänzen weiß.

Insbesondere Yael Naims gesanglicher Vortrag brilliert mit der Melange aus songdienlicher Anpassungsfähigkeit und charakteristischem Timbre. Im direkten Durchlauf verblüfft die Manier, mit der sie auf leichtgewichtigen Pop (Walk Walk) innerlich anrührende Ruhepole (Older, Meme Iren Song) folgen lässt.

Betont beseelte Tracks wie Dream In My Head oder Take Me Down setzt sie in Konkurrenz zu Adele und Co. Coward und Ima – die ruhigen Glanzstücke des Albums – klingen, als ob Yael Naim einen Silhouetten-Film von Lotte Reiniger begleiten würde: schicksalhaft verwunschen. Doch schon das dazwischen vermittelnde Trapped, einen der spektakulärsten Stimmeinsätze von Older bereithaltend, verschafft ihr wieder festen Boden unter den Füßen. Ein rundum gelungenes Album, das seine besondere Qualität auch aus dem Verzicht auf das stringent Eindimensionale bezieht.

Dream In My Head:
dailymotion.com/video/x2kj1fy_yael-naim-dream-in-my-head_music

yaelnaim.fr
facebook.com/yael.naim

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