Lohnendes Erfahrung: Bulletride

Oblivion Osnabrück

Mit Oblivion (ab Freitag via Timezone/Timezone Distribution) gehen die Osnabrücker Bulletride in die zweite Runde. Deutete bereits das Debüt Morphine die Marschrichtung an, treibt der Fünfer seine Qualitäten nun entschlossen, energisch und erfolgreich über die Ziellinie. Und anschließend aufs Treppchen. Denn das Album überzeugt in sämtlichen selbst auferlegten Disziplinen – auf internationalem Top-Niveau. Wer das nicht glauben will, der gehört zu seinem Glück gezwungen.

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Bulletride: "Oblivion" (Timezone/Timezone Distribution)

Bulletride: „Oblivion“ (Timezone/Timezone Distribution)

Denn „zwingend“ ist das sich aufdrängende Prädikat, sobald Oblivion seine Runden dreht. The Rising – ein Traum von einem Opener – definiert das amtliche Outfit der gesamten Unternehmung. Offenbar hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, die wertvollsten Saaten des klassischen Hard Rock mit denen des zeitgenössischen Alternative zu kreuzen, um einen prächtigen Bastard von der Kette lassen zu können.

Der sich dem Opener anschließende Dreier Spitfire, Centerfold und White Devil untermauern das sympathisch-athletische Zähnefletschen der Ausgeburt, bevor Ashes To Ashes erstmals ein wenig den Fuß vom Fressnapf nimmt und Broken als knapp zweiminütige Skizze einer Ballade konzentriert wiedergibt, was 99 % der vergleichbaren Bands zu langwierigen Abschweifungen verführen würde. Doch es bleibt beim Intermezzo, der sich anschließende Titelsong knüpft nahtlos beim mächtigen Einstieg an.

Im weiteren Verlauf glänzen die Halb-Balladen Home (Violinen-Einsatz schürt Nähe zu Blue October) und Gone Baby Gone (mit „The Edge“-Gitarre zur Auflockerung) – und der dramaturgisch unvorhergesehene Faustschlag Bulldozer zu bester Letzt.

Ja, es gibt Gitarrensoli und mehrstimmige Leads. Aber immer songdienlich ökonomisch, kein Gegniedel. Ja, es gibt auch Melodien zuhauf. Catchy, nicht cheesy. Und es gibt eine saubere Produktion, die den Songs aber gut tut, da sie schlicht zu gut sind, um sie mit Schmutzschichten kaschieren zu müssen. Songs, für die angeblich Schlagzeuger Arne Mattick in erster Linie verantwortlich zeichnet. Aha!

Bulletride live
11.07. Schloga Open Air (Osnabrück)

facebook.com/bulletridemusic
timezone-records.com/kuenstler/details/bulletride/

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