Stefan Wesolowskis Kompleta

Erstwerk neu aufgelegt

Bei Kompleta (Ici d‘ Ailleurs/Mind Travels Serie/Mute Song Ltd./Cargo) handelt es sich um eine remasterte Wiederveröffentlichung der 2006 entstandenen, halbstündigen Erstkomposition des damals einundzwanzigjährigen Stefan Wesolowski, der – von seiner Ausbildung in Danzig und Villecroze ausgehend – inzwischen zu einer festen Größe der zeitgenössischen (Neo-)Klassik gereift ist. Als Momentum seines sich früh entfaltenden Talents erweist sich Kompleta seiner Neuauflage mehr als würdig.

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Stefan Wesolowski. "Kompleta" (Ici d' Ailleurs/Mind Travels Serie/Cargo)

Stefan Wesolowski. „Kompleta“ (Ici d‘ Ailleurs/Mind Travels Serie/Cargo)

Sakral, meditativ, expressiv, düster und zwischendurch auch mal romantisierend schwelgerisch (Czytanie) bietet das Frühwerk eine gleichermaßen anrührend wie souverän ausgeführte Zwiesprache (Gesang Maja Sieminska, Stefan Wesolowski) auf Basis von Geige, Violoncello und Cello, deren subtile (elektronische) Verfremdung die Nähe zu Alter Musik und noch älteren, ja archaischen Ausdrucksformen sucht.

So verwischt Stefan Wesolowski die Ebenen der zeitlichen Zuordnung, was Kompleta letztlich als „modern“ ausweist, so insbesondere beim perkussiv rhythmisierten Ausklang Antyfona Do Nmp. Das Andächtige seiner Komplet hält sich hingegen kaum an liturgische Vorgaben – und erscheint stellenweise als doch recht profan ausformuliert. Ob diese Leichtgewichtigkeit beabsichtigt oder eher Wesolowskis jugendlichem Elan geschuldet war, möge die individuelle Disposition für sinnlichen Tiefgang und ein affirmatives Harmonieverständnis entscheiden.

wesolowskimusic.com
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