Indie-(Dance-)Pop von Yukon Blonde

Blondinen mit Witz

Nach dem aufgrund seiner unbekümmerten Forschheit allgemein anerkannten Tiger Talk lassen Yukon Blonde aus Britisch Columbia ihrem Drittwerk On Blonde (Dine Alone Records/Caroline/Universal) deutlich mehr Hirnschmalz angedeihen. Die Tracks werden hier gerne mal mehrfach gebrochen oder um die Ecke gedacht, der verstärkte Einsatz von Tastengas stellt sich in den Dienst einer von Witz und Verve durchtränkten Experimentierfreude. So steht im Ergebnis ein Pop-Album ohne designierte Hits, dafür mit umso mehr Seele.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Yukon Blonde: "On Blonde" (Caroline/Universal)

Yukon Blonde: „On Blonde“ (Caroline/Universal)

Es lässt sich des Eindrucks kaum erwehren: Stars haben mit ihrer Retro-Nightlife-Hommage From The Night im vergangenen Jahr auf ihre Landsleute abgefärbt, eine naheliegendere Erklärung für das vorab ausgekoppelte Saturday Night kann der kanadische Indiepop-Truck kaum anliefern. Mit reichlich Twang im Nacken ausgestattet, schielt und strebt dieser Track ähnlich wie das nicht nur textlich Rihanna zitierende Favourite People oder das abschließende Jezebel nach dem wohltemperiert selbstreflektierten Dancefloor. Launig, aber auch nur mäßig spannend.

Deutlich mehr Profil und Nachhaltigkeit entwickeln dagegen jene Tracks, die sich erfolgreich jeglichem Schema entziehen und das verspielte Wesen von Yukon Blonde betonen. Der Psych-Twee-Instant-Gemütsaufheller Como, der Bubble-Gum-Glam von I Wanna Be Your Man, das zunächst Lennon/McCartney-artig intonierte und sich dann in Manfred Mann’sche Keystrukturen verstrickende Hannah oder der luftige Wave-Blues von You Broke the Law – hier zahlt sich jene Sorgfalt aus, mit der Jeff Innes und Kollegen im Studio das Wagnis unvoreingenommener Kreativität angegangen sind.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!