Mit Out Calls Only (ab morgen via Washington Square/Rough Trade) legt der aus Manhattan stammende Ex-Sänger der nicht ganz zu Unrecht schnell in Vergessenheit geratenen The Virgins (Strike Gently) sein Solo-Debüt vor. Dabei nimmt er in etwa eine Position zwischen seinem Vornamensvetter Fagen, Tom Petty und David Knopfler ein, von der aus er betont unmodischen Softrock mit zeitlosem Singer/Songwriter-Gestus kreuzt. Das gelingt und steht ihm auch sehr gut, nur leider (?) auch sehr unspektakulär.

Donald Cumming: "Out Calls Only" (Washington Square/Rough Trade)
Donald Cumming: „Out Calls Only“ (Washington Square/Rough Trade)

Er höre nicht viel an aktueller Musik, gibt Donald Cumming zu Protokoll. Er habe den Eindruck, dass Ästhetik zurzeit vor Inhalt geht. Ob dies im popmusikalischen Kosmos je anders gewesen ist, braucht ihn weiter nicht zu scheren, da die von ihm gewählten Inhalte ihrerseits kaum über die üblichen Standards hinausweisen.

Auch bei der Wahl seiner Mittel beschränkt er sich auf das Repertoire eines Albert Hammond anno 1972, allerdings ohne bei seinem unaufgeregten Insistieren auf konservativen US-Mainstream den Zwang zur massenkompatiblen Hookline mitzudenken.

Out Calls Only ist ein Album, dessen Lässigkeit und unbeeindrucktes Festhalten an schonend Gegartem zu beeindrucken weiß. Selbst dezent offensiver nach Aufmerksamkeit strebende Hochausläufer wie Shadow Tears oder Workin‘ It Out können kaum darüber hinwegtäuschen, dass Donald Cumming an eine Epoche anknüpft, in der die von ihm bevorzugte Stilistik en vogue war und sich Platten bestens über das Charisma eines gut abgehangenen Namens verkauften. Doch legt allein die mangelnde Griffigkeit der Songs nahe, dass Out Calls Only schon vor vierzig Jahren gefloppt wäre.

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