Son Lux brillieren mit Bones

Mürbknochiges Manifest

Heute erscheint mit Bones (Glassnote/Caroline/Universal) das vierte Album des auf Trioformat angewachsenen New Yorker Nonkonformisten-Kollektivs Son Lux. Mit ihm ist es der Band in aller wünschenswert erdenklichen Klarheit gelungen, den Beigeschmack eines effekthascherischen Eklektizismus abzulegen und mit jedem der fliegend verteilten, zahllosen Detailsplitter ausschließlich auf sich selbst zu verweisen. Willkommen in jenem Club einer Güteklasse, deren Mitglieder es sich erlauben dürfen, unter der Rubrik „klingt wie…“ nur den eigenen Namen einzutragen.

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Sol Lux: "Bones" (Glassnote/Caroline/Universal)

Sol Lux: „Bones“ (Glassnote/Caroline/Universal)

Während beim Vernehmen der ersten Takte von Change Is Everything noch automatisch die Vergleichsmaschinerie Fahrt aufnimmt und Namen wie Wild Beasts, Fever Ray, Sparks und Liars ausspuckt, läuft sie sich spätestens beim ersten Highlight Flight so dermaßen heiß, dass sie abgestellt werden muss, um für die nächste Rezension wieder einsatzbereit zu sein: „Oh, what a noise we make…“

Keimzelle Ryan Lott hat mit Rafiq Bhatia (Gitarre) und Ian Chang (Drums) ein Album erschaffen, das seine Mehrdeutigkeiten, Sprünge und Selbstreferenzen derartig klar positioniert (und somit auch einwandfrei nachvollziehbar postuliert), dass sich jeglicher Fluchtreflex aus Überforderung schlicht verbittet. I Am The Others, ein weiteres herausragendes Exempel, mag sich da aufgrund seines Hit-Charakters, der sich gegenüber der Schwere von Sounds und Sujets durchzusetzen versteht, zur Zähmung des Adressaten anbieten (zumal die kürzliche Kooperation mit Lorde nachhallt).

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