Laura Perrudins Impressionen

Harfenjazz & Jazzharfe

Mit ihren 25 Jahren hat die aus Rennes stammende Laura Perrudin bereits für jede Menge Aufsehen in der frankophonen Jazz-Szene gesorgt. Ohne ihr ab und an auch ins folkloristische Fach driftende Kompositionstalent oder ihre stimmliche Ausdruckskraft unter den Scheffel stellen zu wollen, dürfte vor allem das von ihr bevorzugte Instrument zu jener besonderen Beachtung geführt haben, der sie nun auch mit dem Album Impressions (Colore/Broken Silence, ab Freitag) gerecht wird: der Harfe.

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Laura Perrudin: "Impressions" (Colore/Broken Silence)

Laura Perrudin: „Impressions“ (Colore/Broken Silence)

Von Kindesbeinen an klassisch-keltisch ausgebildet, entwickelte die Harfinistin Laura Perrudin parallel eine drängende Leidenschaft für den Jazz. Um ihrem Wunsch nachzukommen, beide musikalischen Welten miteinander in Bezug zu setzen, wenn nicht gar zu vereinen, schuf der Harfenbauer Philippe Volant eine chromatische (statt wie üblich diatonische) Variante der Hakenharfe, die es der eigensinnigen Musikerin ermöglichte, neuartige Harmonien zu entwickeln, mit der sie den Erfordernissen des klassischen Jazz gerecht werden konnte, ohne auf ihre angestammte Vielsaitigkeit zu verzichten.

Mit Impressions ist ihr nun ein treffend betiteltes Debütalbum gelungen, bei dem es Laura Perrudin offenbar daran gelegen ist, die zweifellos erstaunlichen Klangfarben und Rhythmisierungen ihres Spiels auch in der Breite zu repräsentieren. Zwar können ihre Kompositionen den Hang zum Schaueffekt nicht ganz verhehlen, zumal der gesangliche (Dauer-) Einsatz stellenweise etwas oktroyiert wirkt. Dennoch finden sich auf Impressions zahlreiche auch formal geglückte Beweisführungen, die das vorhandene Potenzial mehr als nur andeuten.

Insbesondere wenn Laura Perrudin von der Erbringung eines Leistungsnachweises absieht und sowohl ihrer folkloristischen Tönung sowie elektronisch-perkussiven Elementen freies Mitschwingen gewährt, entstehen stimmungsvolle Einblicke in die pulsierend vitalen Gedankengänge einer überaus phantasiebegabten Musikerin, der es gelingt, Innovation und Tradition auf eine absolut individuelle Manier zu verweben. Das abschließende Flood mag hierzu als Paradebeispiel Verwendung finden und auf ihre Live-Präsenz als Laura Perrradin Quartet (mit u. a. Edouard Ravelomanantsoa am Fender Rhodes) verweisen, das sie bereits bis nach Montreux geführt hat.

lauraperrudinmusic.com
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