Im vergangenen Jahr sorgte One More Red Night, das Livealbum mit King Crimson-Coverversionen und John Wetton als Gast am Mikro, für eine Sternstunde am (Modern) Prog-Firmament. Mit mit ihrem dritten Studioalbum In Vaults (Laser’s Edge/Alive, ab Freitag) dehnen District 97 diese nun weiter aus. Ihre stilistisch außergewöhnlichen bis gewöhnungsbedürftigen Wechselbäder versehen sie dabei mit einem ausgeprägten Fusion-Vibe, der die gegebene Komplexität mitreißend ausgleicht.

District 97: "In Vaults" (Laser's Edge/Alive)
District 97: „In Vaults“ (Laser’s Edge/Alive)

Neben dieser sehr eigenen Signatur zeichnet sich insbesondere Sängerin Leslie Hunt, einst im Halbfinale von American Idol glücklich gescheitert, für die besondere Färbung im 97. Distrikt verantwortlich. Vitalität, Charme und ein klassisch rockiger Bodensatz machen hier den Unterschied zu den oftmals zu akademisch kühl und klinisch klingenden Kollegen des Genre aus. Somit rechtfertigen District 97 auch qua Feeling die Nähe zu King Crimson, ohne zum jetzigen Zeitpunkt Augenhöhe zu beanspruchen.

Lieber tastet sich die Band Stück für Stück an die Grenzen ihrer kompositorischen Belastbarkeit heran – und zieht geistesgegenwärtig immer zum gegebenen Zeitpunkt die Reißleine. Naturgemäß erweist sich diese gesunde Selbsteinschätzung mit zunehmender Trackdauer als besonders hilfreich, um jeglichem Selbstzweck zu widerstehen. Das macht All’s Well That Ends Well, Learn From Danny und das über elfminütige Blinding Vision zu den herausragenden Ereignissen eines Albums, dessen mannigfaltige Themen, Rhythmen und Spannungsbögen sich mal überschneiden, dann wieder ineinander übergehen.

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