AC/DC als Maß aller Dinge, Gotthard und Krokus als eidgenössische Wegbereiter: Wer von Recharged (LuxNoise, ab Freitag), der zweiten Scheibe von Gloria Volt aus Winterthur, auch nur die geringste Abweichung vom einzig wahren Weg des Boogie-Riff’n’Roll-Hardrocks erwartet, muss an einer Präventiv-Aversion gegenüber Eindeutigkeiten leiden. Leidenschaft ist dagegen die Währung, mit der hier all jene ausbezahlt werden, die vom ewig Gleichen nicht genug bekommen können. Und da auf die Loyalität von Monophagen Verlass ist, steht einer Weltkarriere im Prinzip nichts entgegen.

Gloria Volt: "Recharged" (LuxNoise)
Gloria Volt: „Recharged“ (LuxNoise)

Denn – auch wenn man noch so sehr daran festhalten mag, das auf Recharged (wie schon beim Debüt The Sign) ein hoffnungslos überdrehtes Rad am Laufen gehalten wird – im Ergebnis setzen sich die acht Tracks sofort dermaßen feist im Kurzzeitgedächtnis fest, dass das gewisse (und letztlich den Unterschied machende) Etwas einfach gegeben sein muss. Etwas, das Gloria Volt von den schätzungsweise rund einhundert Bands unterscheidet, die allein im Großraum Winterthur einen ähnlichen Sound fahren.

Dieser unerwarteten, nicht zu negierenden Qualität analytisch auf die Schliche zu kommen, würde langwierige Feldstudien zur Kognition erfordern, für die sich wohl Probanden, jedoch keine Gelder auftreiben ließen. Oder etwa doch? Schließlich dürften zumindest Politik und Werbung ein Interesse daran haben, das Geheimnis jener Vollzugsweisen zu enträtseln, die aus dem Gewöhnlichen das Besondere machen, welches sich garantiert als mehrheitsfähig erweist (idealerweise ohne den Umweg über den Verstand zu nehmen).

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