June Cocó gönnt sich Leipzig als Lebensmittelpunkt – und uns ihr strahlendes Debüt The Road (Kick The Flame/Broken Silence). So sie ihren Stil als „futuristischer Italowestern“ bezeichnet, äußert sich hierin in erster Linie ein gelassenes Achselzucken gegenüber jeglichen Kategorisierungsversuchen. So auch diverse Country-Anleihen gerne mal durchschimmern (Delia), verfestigt sich doch der überaus angenehme Eindruck einer künstlerischen Freiheit, die June Cocó ganz nach Belieben in die für sie richtigen Bahnen zu lenken versteht.

June Cocó: "The Road" (Kick The Flame/Broken Silence)
June Cocó: „The Road“ (Kick The Flame/Broken Silence)

Als Bar-Pianistin hat June Cocó bereits Bekanntschaft mit George Clooney gemacht. Um seiner Begeisterung für ihre Performance Ausdruck zu verleihen, ließ er sich zu einem anerkennenden Wangenküsschen hin. Diese Anekdote wird sie wohl noch ein kleines Weilchen begleiten, doch steht es zu vermuten, dass die Anerkennung ihres Schaffens alsbald deutlich weitere Kreise ziehen wird. Mit ihrem Album ist sie jedenfalls bestens gerüstet, um ihrer Stimme und ihren vielschichtigen Songs breites Gehör zu verschaffen.

Co-produziert von Jules Kalmbacher (Xavier Naidoo) offeriert The Road eine eigenständige Mischung aus dezent vom Jazz inspirierten, gegen den Strich gebürstete Balladen (Wave Goodbye, Romeo’s Late), reich texturierten Uptempo-Nummern (Titeltack) und reduzierte Skizzen mit Tiefgang, die sich letztlich als geradezu vollendete Liedkunst erweisen und dabei den Weg des direkten Ausdrucks wählen (Your Ways). Dabei entzieht sich die von June Cocó ins Feld geführte Bandbreite locker und leicht dem Verdacht der Beliebigkeit, es sei denn, man wollte der Künstlerin ihre Vielseitigkeit zum Vorwurf machen.

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