Interview mit Mike Vennart

„Ich bin kein Songwriter“

Mit British Theatre sowie – als Gitarrist – mit Biffy Clyro unterwegs, doch vor allem als Sänger der verblichenen Oceansize in bester Erinnerung, stellt Mike Vennart nun sein – vor allem von den Fans der britischen Artrocker ersehntes – Soloalbum The Demon Joke (Superball Music/Universal Music) vor. Ein Album, mit dem sein Schöpfer den früheren Zwang zur Komplexität abstreift und stattdessen seinen Hang zu unverhohlen wirkungsvollen Melodiebögen in ein erstaunlich knackiges Outfit wandet. Dabei sind ihm Songs gelungen, die sich zwar manch charmante Narretei erlauben, aber dennoch ihren Anspruch wahren, über eine unermessliche Halbwertszeit zu verfügen. Die Zeit fürs Gespräch verging stattdessen wie im Flug.

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Etikette gewahrt: Mike Vennart (Superball Music)

Etikette gewahrt: Mike Vennart (Superball Music)

amusio: „Hi Mike, Dein Album erscheint vier Jahre nach dem Split von Oceansize. Das entspricht in etwa jenem Zeitraum, der gemeinhin als angemessen erachtet wird, bevor mit gutem Gewissen die nächste Ehe eingegangen werden kann…“

Mike Vennart: „Du meinst, ich hätte also die Etikette gewahrt? Das war allerdings nicht meine Absicht. Eigentlich wollte ich sofort nach dem Ende von Oceansize etwas eigenes auf die Beine stellen. Ich wollte es sogar regelrecht erzwingen, aber es ergab sich nicht, zumindest nicht auf Anhieb.“

amusio: „Du wolltest also schon früher als Vennart durchstarten?“

Mike Vennart: „Nicht unbedingt als Solo-Künstler unter diesem Namen. Wichtig war mir nur, mich zu vergewissern, dass es mit Oceansize endgültig vorbei war und dass ich von diesem Zeitpunkt an die Freiheit besaß, im Prinzip alles machen zu können. Ich war frei, konnte aber zunächst einmal nichts damit anfangen. Ich war nicht fokussiert, nicht ein Song wurde fertig. Ich besaß weder Disziplin noch Inspiration. Erst Steve Durose [Ex-Oceansize] brachte mein Projekt wieder ans Laufen.“

amusio: „Hat Dein Engagement bei Biffy Clyro nicht dazu beigetragen, dass Du Deinen Kopf wieder frei und zugleich fokussiert bekommen hast? Und hat Biffy Clyro nicht auch auf Dein Album abgefärbt?“

Mike Vennart: „Viele Leute haben ein Problem damit, auf meine Person bezogen Oceansize und Biffy Clyro zusammenzubringen. Für mich war das jedoch überhaupt kein Problem, da ich Biffy Clyro schon immer sehr mochte. Wenn nun mein Album hier und da nach Biffy Clyro klingen sollte, dann nur, weil meine Vorliebe für einen vergleichbaren Sound schon immer in mir war, also schon vor meiner Teilhabe, an beiden genannten Bands.“

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