Ab morgen bekleiden Dagoba mit ihrem sechsten Album Tales Of The Black Dawn (Earmusic/Edel) die Pole Position in der Formel „Metalcore & Industrial“. Beide Spielarten kombinatorisch erneuernd, düpiert die Band aus Marseille die internationale Konkurrenz mit angemessen großspurigen Arrangements, überlegener Elastizität und einem melodischem Finish, das – aus den besten Veranlagungen geschmiedet – den Willen und Mut zum Klassiker erahnen lässt.

Dagoba: "Tales Of The Black Dawn" (Earmusic/Edel)
Dagoba: „Tales Of The Black Dawn“ (Earmusic/Edel)

Stand der direkte Vorläufer Post Mortem Nihil Est noch unter dem Verdacht, mehr Schein als Sein gebannt zu haben, lösen sich mit Tales Of The Black Dawn sämtliche Vorbehalte in Wohlgefallen auf, die Dagoba je entgegengebracht wurden. Wie allein schon Gitarrist Z sein übermächtiges Riffing der rhythmischen Präzision unterwirft, packt auf Anhieb und lässt dann auch nicht mehr los. Angesichts dieses Niveaus werden sich Fear Factory mit GeneXus noch verdammt schwer tun, doch das steht (dann) auf einer anderen Webpage.

In sämtlichen Disziplinen gehen Dagoba bis zum Anschlag, lassen nicht die kleinste Lücke zu. Und schaffen es dennoch jederzeit die Transparenz ihrer vortrefflichen Ideen aufrechtzuerhalten. Shawter macht seinen Namen alle Ehre, was dazu führt, dass sein höchst sparsam eingesetzter Klargesang (The Loss) besonders ergreifende Effekte erzielen kann, wie (Spoiler-Alert!) auch die Amsel zum Ausklang. Doch bei aller exakt dramatisierten Schneidigkeit ergeht das Sonderlob an die ungeahnt plausiblen SONGS, die Dagoba nicht „übertriebener Härte“ opfern, sondern unbeeindruckt straight zum Ziele führen. Chapeau! Eins der besten Alben des Genres überhaupt. Und aus diesem Jahr sowieso. Oder?

Im Herbst auf Tour mit Moonspell

facebook.com/dagoba13

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