15 Jahre nach der letzten offiziellen Veröffentlichung (Mirror) lässt David Pearce mit Instrumentals (Domino Records/GoodToGo, ab Freitag) seine charakterstarken Ambient/Space/Drone-Studien unter dem hoch geschätzten Lo-fi-Banner Flying Saucer Attack wieder aufleben. Frei von signifikanten Brüchen oder stilistischen Verschiebungen gerät die Anknüpfung vollkommen, allein der kontemplative Gehalt scheint gegenüber den früheren Alben noch weiter zugenommen zu haben.

Flying Saucer Attack: "Instrumentals" (Domino Records/GoodToGo)
Flying Saucer Attack: „Instrumentals“ (Domino Records/GoodToGo)

In den Annalen wird Flying Saucer Attack erstaunlich durchgängig mit dem Zusatz „Rock“ versehen, ein Behelf, der angesichts von Instrumentals endgültig gestrichen gehört. Zugegebenermaßen zeichneten sich das autonyme Debüt sowie der Nachfolger Further nicht zuletzt durch ansatzweise griffige Passagen aus, die durchaus eine Nähe zu noisigem Shoegaze nicht verschmähten. Davon distanziert sich Instrumentals, und schärft so seine nahezu gänzlich unformatierte Sensorik.

Von wenigen Widerspenstigkeiten unterbrochen, zieht David Pearce seine ungeraden Bahnen. Dem Verweilen und Versinken wird stattgegeben, doch bleiben die Kompositionen nach Art des Hauses stets konkret lesbar. Zugleich entzieht sich Pearce jeglicher Vorhersehbarkeit. Redundante oder repetitive Elemente, von denen zu befürchten wäre, dass sie die subtile Klangarchitektonik entweihen könnten, bleiben außen vor – oder können allenfalls vom Hörer selbst gebildet werden, so dieser den Versuch unternimmt, das Unvorhersehbare durch die eigene Gewöhnung zu zähmen und aufzulösen. Das setzt jedoch ein sehr hohes Maß an Aufmerksamkeit und Empathie voraus.

Nicht zuletzt erhalten (beispielsweise) auch Main, Fennesz oder Hammock mit Instrumentals einen Bezugspunkt zurück, der mit den Jahren in oberflächliche Vergessenheit zu geraten drohte. Es hat nichts mit Ironie zu schaffen, wenn das Neue – wie in diesem Fall – auch das Alte aufwertet, ohne daran selbst Schaden zu nehmen.

Instrumental 7, Regie Peter Strickland:
dailymotion.com/video/x2ryunz_flying-saucer-attack-instrumental-no-7_music

 

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