Iron And Wine & Ben Bridwell

Mund-zu-Mund Beatmung

Ja, sing mir doch in meinen (gut mit Bier getränkten) Mund: Irgendwie will diese Vorstellung nicht so richtig, genau, munden. Was jedoch die beiden freudig befreundeten Zecher Sam Beam (Iron And Wine) und Ben Bridwell (Band Of Horses) auf ihrer Gemeinschaftsmundorgel Sing Into My Mouth (Caroline/Universal, ab Freitag) genehmigen, das passt auf nahezu jeden Zechdeckel und lässt manch Zunge schnalzen.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Iron And Wine & Ben Bridwell (Caroline/Universal)

Iron And Wine & Ben Bridwell (Caroline/Universal)

Mit Coverversionen standen die beiden Recken countryesker Americana schon immer auf gutem Fuß. Wenn sie sich also zwecks rühriger Huldigung und schierem Spaß an der Freude an durchaus heterogenes Ausgangsmaterial begeben, kann das 1) kaum schiefgehen und muss 2) doch überraschen: Wer es vermag, aus Talking Heads (This Must Be The Place), Sade (Bulletproof Soul) oder Spiritualized (The Straight And Narrow) ein in sich stimmiges Album zu brauen, muss über einen immens ausgeprägten Sinn für den Song an sich verfügen. Und natürlich über ein blindes Verständnis darüber, wie das Ergebnis in konventioneller Form abgefüllt werden kann.

Ben Bridwell & Iron And Wine (Caroline/Universal)

Ben Bridwell & Iron And Wine (Caroline/Universal)

So kann kaum darüber entschieden werden, was an Sing Into My Mouth mehr Bewunderung erzeugt: die unvoreingenommene Songauswahl oder die unbeeindruckte Dickköpfigkeit, mit der die Gesinnungsgenossen zu Werke gehen. Zwar ist es Ben Bridwell mit Am I A Good Man (Them Two) gelungen, einen Titel auf das Album zu schmuggeln, der ihm vom Live-Repertoire seiner Band Of Horses bereits geläufig ist. Aber und ach was: Als intern geläufig ist hier alles vorauszusetzen, tauschen beide doch schon seit Jahrzehnten ihre musikalischen Vorlieben und Entdeckungen untereinander aus.

Dem Vernehmen nach beabsichtigen Bridwell und Beam alsbald gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Und dabei auch die jeweils eigenen Songs ins Set einfließen zu lassen. Das braucht weder die Fans von der Band Of Horses, noch die von Iron And Wine zu schrecken. Ihre Schnittmenge ist geräumig genug, um auch den eigenen Trademarks genügend Auslauf zu bieten. Doch solange sie mit You Know Me More Than I Know (John Cale), Coyote, My Little Brother (Pete Seeger) oder dem von Unicorn stammenden und durch David Gilmour bekannt gewordenen There’s No Way Out Of Here exzellenten Geschmack beweisen, darf auch noch so manche Runde fremder Federn ausgegeben werden.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!