Geschmacksrichtung Kokos: Disaster In The Universe

Tanzt die Götterspeise

Unverhofft und doch gleich ganz weit vorn dabei: Mit Coconut Message (New Times/popup-records/Cargo) provozieren ab Freitag die aus dem norwegischen Bergen stammenden Disaster In The Universe eine Sommerlaune, die sich aufgrund ihres zupackenden Songwritings im Laid Back- Modus als wetterunabhängig erweist. Im Zuge einer karibischen Grundströmung, die per Azorenhoch den europäischen All-In-Gedanken internalisiert hat, dreht sich sogar die Diskokugel, wenn auch mit gelinder Akzentbehaftung.

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Disaster In The Universe: "Coconut Message" (New Times/popup-records/Cargo)

Disaster In The Universe: „Coconut Message“ (New Times/popup-records/Cargo)

Die Auskopplung Beach House bringt die Essenz des Albums schon recht prächtig aufs Parkett: Es darf getanzt werden, aber bitte ohne sich zu Verrenken, dafür aber mit Anfassen. Bei alledem könnte in Nuancen der Verdacht aufkeimen, Vampire Weekend zu vernehmen, die ihr inneres Afrika verlassen haben, um sich dann doch lieber an Blur auf Urlaub zu orientieren. Wobei jedoch einschränkend der Einwand erhoben werden darf, dass sich Disaster In The Universe trotz der soeben ins Feld geführten Assoziationen kaum an jener Selbstherrlichkeit leiden, die für genannte Großkopferte so kennzeichnend ist.

Anders formuliert: Was den Norwegern an gedanklicher Tiefe und experimentellen Neigungswinkeln fehlt, gleichen sie mit einer anrührenden Lässigkeit so dermaßen nonchalant und äußerlich unbeeindruckt wieder aus, das letztlich nur der hoch angesetzte Entspannungsfaktor auch die Oberhand behalten kann.

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