Dem Vernehmen nach haben Tash Neal (Gitarre & Gesang) und Chris St. Hilaire (Schlagzeug) als Einheizer für Billy Idol einen guten Job gemacht. Ehrensache. Doch den unbeirrt im Dienste des genuin klassischen Rocks stehenden London Souls dürfte die sich anschließende Clubtour mindestens ebenso gut zum zeitlos coolen Outfit stehen. Aller Verspätung von Here Come The Girls (Feel Records/Rough Trade, ab heute) zum Trotz.

The London Souls: "Here Come The Girls" (Feel Records/Rough Trade)
The London Souls: „Here Come The Girls“ (Feel Records/Rough Trade)

Denn ihr zweites Album, mit dem von New York aus die Welt erobert werden wollte, stand schon in den Startlöchern, als Tash Neal infolge eines Verkehrsunfalls mit dem Tod zu ringen hatte. Doch kaum hatte er diese Auseinandersetzung zu seinen Gunsten entschieden, wurde erneut Anlauf genommen: Here Come The Girls, na also!

Es steckt einiges von den Beatles in den New Yorkern (mal Steady im Vergleich zu Come Together gefällig?), aber damit ist ihr Referenzkader bei weitem nicht erschöpft. Hier gerät Byrds-Vibe in Bad Company, dort schleicht sich ein Proto-Elvis (The River) ein, selbst ein sich Riverboat-Skiffle-Shuffle schließt sich dem an – und gerät auf Touren (How Can I Get Through). Vom Fluss auf die Schiene geht es dann mit Valerie, Grand Funk Railroad lassen grüßen.

Wem das alles zu gewürfelt erscheint, der muss das Album erst recht in seiner Gänze erfahren. Dann erweist sich die stilistische Uneindeutigkeit der beiden Seelen als ihr leidenschaftlich angewandter Kniff, mit dem sie ihre Aufwartung aufwerten. Abwechslung ja, Beliebigkeit außen vor. Die Unverbindlichkeit des Albums macht jeden einzelnen Song zu einem Happening, dessen Geist vor gut vierzig Jahren jenen Schaden nahm, der hier rehabilitiert wird. Ein scheuklappenfreies Rockalbum, gut geerdet und dennoch unverschämt leicht zu handhaben. Wer auch diesen Wink versteht, darf sich auf zahlreiche Glücksmomente gefasst machen.

21.07. Rostock (Stadthalle) / Billy Idol
23.07. Berlin (White Trash)

Die weiteren angekündigten Termine (Köln, Hamburg) werden 2016 nachgeholt.

thelondonsouls.com
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