Agalloch European Tour MMXV

Serpens In Cvlmination

Die Vorstellung, Agalloch im Hochsommer zu erleben, mutet zugegebenermaßen etwas seltsam an. Beschwören doch die nach dem – beim Verbrennen besonders wohlduftenden – Holz des Adlerholzbaums benannten Pagan Folk Metaller aus Portland, Oregon seit nunmehr zwanzig Jahren eine hyperboreisch anmutende Naturmystik, die eher ans ewige Eis und an majestätische Winter gemahnt als an Flip Flops und andere Zehentrenner. Aber wie gleißendes Sonnenlicht keinen jahreszeitlichen Unterschied macht, so werden auch Agalloch anlässlich ihrer nun endlich anstehenden Tour keinen Zweifel an der zeitlosen Erhabenheit ihrer Kompositionen aufkommen lassen.

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Sommerfrische: Agalloch (facebook.com/AgallochOfficial)

Sommerfrische: Agalloch (facebook.com/AgallochOfficial)

Als Hochschullehrer ist Don Anderson (Gitarre, Keyboards) nun einmal an die Aufteilung der Jahreszeiten in Trimester gebunden. Also werden diese Woche erst einmal die letzten Klausuren durchgesehen und anschließend der Online-Shop dichtgemacht, bevor es für die Ausnahmeband endlich wieder über den großen Teich geht. Club- und Festivalpräsenzen werden sich dann abwechseln, bleiben wird der Eindruck einer Band, die sich auf die melodische Vermittlung archaischer Bezüge in geradezu einzigartiger Weise versteht.

Von Sólstafir bis Sol Invictus reichen die gängigen Querverweise – und weit darüber hinaus. Von den Anfängen mit Pale Folklore (sic) über das bahnbrechende The Mantle bis zum aktuellen Album The Serpent & The Sphere bewegten sich Agalloch stets ungebunden frei in ihren heidnisch inspirierten Vexierspielen zwischen Natur und Kult. Alternativkultur abseits sämtlicher Schnellwege zur Scheinerkenntnis – sie war dabei stets der kleinste gemeinsame Nenner sämtlicher Aktivitäten, die insbesondere auf den EPs noch gänzlich unerforschte Routen einschlugen.

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