Anmerkungen zu Roger Waters' Meisterwerk

Amused To Death – Remaster 2015

Allein die klangliche Bestückung der morgen erscheinenden Remastered Edition von Roger Waters‘ 92er-Album Amused To Death (Columbia/Legacy/Sony Music) rechtfertigt eine erneute Anschaffung. Von dem neuen Artwork des Gatefold-Covers (Sean Evans) abgesehen, stellt die Blu-ray Version im 5.1. Surround Mix mit sagenhafter Präsenz unter Beweis, was in der Originalfassung ohnehin bereits veranlagt war: Im QsoundTM-Verfahren abgemischt, wurde eine Sound-Plastizität sowie eine räumliche Ortung der Ereignisse erzielt, die auch in HiFi-Studios bevorzugt zum Einsatz kam, um Kunden von den Vorzügen kostspieliger Schallwandler zu überzeugen. Ob und inwiefern die Musik und die mit ihr verbundene Kritik am Medienzeitalter eine Distanz von 23 Jahren überstanden haben, kann indes nur unabhängig von der klanglichen Repräsentation geklärt werden.

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Roger Waters: "Amused To Death" (Columbia/Legacy/Sony Music)

Roger Waters: „Amused To Death“ (Columbia/Legacy/Sony Music)

Wer ein konventionelles Musikerlebnis (das sich mit zwei Lautsprechern zufrieden gibt) bevorzugt, den wird der neue Stereomix (Remaster: James Guthrie) in seinem Gusto bestätigen. Als Doppel-LP (200 Gramm) oder limitierte Picture-Disc aufbereitet, kommen auch Vinyl-Enthusiasten auf ihre Kosten. Dies zur Vollständigkeit. Die technische Reproduktion wurde also auf einen audiophil gängigen Stand gebracht. Mit den Inhalten ging das natürlich nicht.

Bereits 1992 galt die von US-Medienwissenschaftler Neil Postman popularisierte Kritik am Medium Fernsehen als überholt. Seine Prämissen, wie etwa das zugrunde gelegte und grob vereinfachende Prinzip von Sender und Empfänger, ebneten zwar den Weg zu einer vorgeblich schlüssigen Polemik, erwiesen sich aber im (medien-)wissenschaftlichen Sinne als zu kurz gedacht und somit unhaltbar. „Wir amüsieren uns zu Tode“, so der Titel seines sieben Jahre zuvor veröffentlichten Bestsellers, war längst zum geflügelten Wort geworden, als Roger Waters sich diesem Bonmot annahm, um seinem Vorhaben – einer von offenen Vorwürfen absehenden Auseinandersetzung mit der „Macht“ der Medien (hier: TV) – eine griffige Klammer zu verleihen.

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