Der neue Bassist heißt Jett Heysen-Hicks, geändert hat sich nix?! Nun ja, nicht ganz. Nachdem der Vorgänger El Pistolero schon recht beherzt durch die Decke ging, stapelt Album Nr. 3 Water For Thisty Dogs (Omn Label Service/Rough Trade) zumindest schon mal nicht minder hoch. Die gelinde Abkehr von allzu verstonertem Herumstromern hin zu kompakt gehaltener Songschläue spricht für die Absicht mit direktem Zugriff aufs Arsenal gut herangereiftes Pulver zu verschießen.

Tracer: "Water For Thirsty Dogs" (OMN/Rough Trade)
Tracer: „Water For Thirsty Dogs“ (OMN/Rough Trade)

Das Unternehmen Tracer läuft durchaus gut und rund, doch blieb den Australiern bislang der Switch vom bewährten Szeneact zur mehrheitsfähigen Übercombo verwehrt. Ob sich das mit der neu oder wiedererlangten Griffigkeit ändern wird, tut zunächst mal überhaupt nichts zur Sache. Ins Gewicht fällt der gebotene Abwechslungsreichtum, mit denen das Trio in sämtliche Ecken von 70er-PowerAsrock bis Grunge schielt, ohne dabei den Überblick zu verlieren.

Für überzeugte Mainstream-Rocker bieten sie also jede Menge Frischwasser; für Feinschmecker, die es gewohnt sind, sich an Crossover-Cuisine zu laben, eher ein gefundenes Fressen für die eigene Indifferenz. Denn das beziehungsreiche Flanieren durch QOTSA-Flure droht auf Dauer die eigene Signatur zu unterminieren. So ist man zwar geneigt, im Titelsong und Opener endlich den Ausnahmesong zu vernehmen, die Tracer bislang haben vermissen lassen. Doch die erstaunlich großspurig ins Visier genommene Hit-Veranlagung will nicht auf Anhieb fruchten. Und so sie dies nicht tut, wird es auch keine zweite Chance geben.

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