Interview mit Robert DeLong

„Die Show spiegelt mein hyperaktives Wesen“

Der aus Seattle stammende Robert DeLong (29) ist ein Phänomen. Er bereichert die weiten Gefilde des EDM-Pop nicht nur mit jenem originellen Verständnis von Songs, Sounds und Beats, das er nach dem weltweiten Achtungserfolg Global Concepts nun auch mit seinem neuen Longplayer In The Cards (Glassnote/Caroline/Universal, ab Freitag) unter Beweis stellt. Denn wenn er auf der Bühne den quietschfidelen Tausendsassa der Equipment-Beherrschung gibt, sorgt dies für offene Münder und freudige Ausgelassenheit. So auch auf der c/o Pop in Köln, wo er im Rahmen einer Co-Veranstaltung mit dem DRadio Wissen den Stadtgarten aufmischte. Und im Gespräch zuvor beteuerte, dass seine Show kein Selbstzweck sei.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Robert DeLong (Stephan Wolf)

Robert DeLong (Stephan Wolf)

amusio: „Hi Robert, Dein neues Album endet mit dem programmatisch anmutenden Track That’s What We Call Love. Unterhältst Du ein Liebesverhältnis zur Musik?“

Robert DeLong: „Absolut, Musik war immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Insbesondere das Schlagzeug hatte es mir schon früh angetan, wie der Vater, so der Sohn. Das Interesse am Programmieren von Computerspielen oder an Grafikdesign setzte erst später ein. Es entspricht wohl meinem Naturell, mich dauernd kreativ beschäftigen zu müssen. Schon von klein auf empfand ich Langeweile als einen unzumutbaren Zustand.“

amusio: „Nun ist aus Dir innerhalb kurzer Zeit ein Performing & Recording Artist mit globalem Star-Potenzial geworden…“

Robert DeLong: „Und das färbt ab, zugegeben. Es ist mir durchaus bewusst, dass ich inzwischen Musik für ein Publikum mache. Und dass meine Aktivität Teil des Musik-Business geworden ist.“

amusio: „Wie wirkt sich dieses Bewusstsein auf Dein Schaffen aus?“

Robert DeLong: „Nun, zwischen dem, was ich meinem Label anbieten kann und was ich lieber für mich behalte, weiß ich schon zu unterscheiden. Aber es hat mir immense Vorteile verschafft, bei einem Label unter Vertrag zu stehen. Ich komme viel in der Welt herum und stehe in Kontakt mit tollen Produzenten, denen ich ohne Label-Unterstützung wahrscheinlich nie begegnet wäre.“

amusio: „So etwa mit MNDR, auf Deinem neuen Album. Born To Break – ein herausragender Track…“

Robert DeLong: „Oh ja, finde ich auch. Wie es Amanda Warner dort gelungen ist, das Balladeske der Songidee auszuspielen, große Klasse! Da hat die Chemie halt absolut gestimmt, so etwa auch mit Jesse Shatkin [alias Belief, Produzent von u.a. Kelly Clarkson, Pink, Sia]. Das ist nicht bei allen Producer-Persönlichkeiten der Fall. Manchmal verlaufen die Begegnungen auf einer eher distanzierten und rein sachlichen Ebene, was allerdings den Lerneffekt nicht mindert. Ich bin für jede Inspiration dankbar.“

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!