Maxime Barlag, Danny van Tiggele (Stephan Wolf)
Maxime Barlag, Danny van Tiggele (Stephan Wolf)

amusio: „Spielt Ihr denn auch gerne in Deutschland?“

Maxime Barlag: „Mit Deutschland verbinden wir durchweg positive Erfahrungen. Ich kann mich noch gut an einen Auftritt in Schwäbisch Hall erinnern, ganz am Anfang unseres Werdegangs. Obwohl uns eigentlich kaum jemand kennen konnte, war der Saal ausverkauft. Was für ein Gefühl! Und die Publikumsreaktion waren so anders, als wir dies von Holland her kannten. Die Leute wollten sich mit uns austauschen und erzählten uns nach dem Gig, was unser Auftritt bei ihnen ausgelöst hatte. Inzwischen glauben wir zu wissen, dass Musik in Deutschland eine ganz besondere Rolle im Leben vieler Menschen spielt.“

amusio: „Und doch dürfte die Erschließung neuer Hörerschichten über die Ansprache diverser Nischen gehen, die Eure Musik spätestens seit We Only Part To Meet Again auszeichnet. So zum Beispiel mit den deutlich vorhandenen Elementen aus Psych- und Postrock…“

Maxime Barlag: „Es gibt weitere Hörerschichten, zu denen wir bislang noch nicht vorgedrungen sind? Nun, in dieser Hinsicht wird unsere dritte Platte weitere Akzente setzen. Sie beschäftigt uns schon längst rund um die Uhr, sozusagen. Es zeichnet sich ab, dass wir den mit We Only Part To Meet Again eingeschlagenen Weg weiter verfolgen, allerdings existiert kein apriorischer Masterplan, wir lassen vieles lieber einfach geschehen…“

amusio: „Wird beim kommenden Album Euer Leben on the road auch als Gegenstand der inhaltlichen Auseinandersetzung aufgegriffen?“

Maxime Barlag: „Das war schon bei We Only Part To Meet Again der Fall, so etwa bei dem Song In Between. Unsere Phantasiewelt verschmilzt mit den zahlreichen realen Erfahrungen, die das viele Unterwegssein offenbart. Sehnsucht nach der Ferne und das Vermissen des Lebens und der Lieben daheim gehen ineinander über und führen zu dem uns eigenen Ausdruck von Melancholie. Aber damit ist unser emotionales Spektrum noch längst nicht erschöpft.“

Maxime Barlag, Mister & Mississippi (Stephan Wolf)
Maxime Barlag, Mister & Mississippi (Stephan Wolf)

amusio: „Ihr habt vielfach semi-akustische Sets gespielt, die eine anrührende Überhöhung jener Stimmungen erzeugten, die in Euren Songs veranlagt sind. Werdet Ihr diese Form der Präsentation weiterhin verfolgen?“

Samgar Jacobs: „Diese reduzierten Sets, bei denen bisweilen unser Gesang sogar ohne Mikrophon-Verstärkung auskam, lassen sich natürlich nur in keinen Spielstätten bewerkstelligen. Tendenziell wollen wir aber nach Möglichkeit größere Säle füllen, nicht nur mit Publikum, sondern auch mit einem entsprechend groß angelegten Sound. Aber eine punktuelle Rückkehr zur Reduktion dürfte unserem Hang zu Dynamik und Dramatik sicher entsprechen.“

Maxime Barlag: „Demnächst gehen wir auf eine Tour durch Theater-Säle. Das birgt einen ganz besonderen, uns als Band noch unbekannten Reiz. Wir wollen nach wie vor ausprobieren, in welchen Kontexten wir am besten funktionieren.“

In Between (couchFM):
youtube.com/watch?v=I0vC7NCVGxc

misterandmississippi.nl
facebook.com/misterandmississippi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert