Linn Osterberg ist Sea Lion

Wohl gelitten, Löwin

Laut eigener Aussage von Cat Power ermutigt und von Mazzy Star beseelt, legt Linn Osterberg als Sea Lion mit Desolate Stars (Turnstile/Caroline, ab morgen) nach Big Moon ihre zweite EP vor. Dabei untermauert sie den Anspruch, mit Intimität Stärke zu beweisen. Und – sie gibt sich Blößen, jedoch nur, um anhand derer simultanen Überwindung umso klarer als emotional anrührende Songwriterin in Erscheinung zu treten.

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Sea Lion: "Desolate Stars" (Turnstile/Caroline)

Sea Lion: „Desolate Stars“ (Turnstile/Caroline)

Vom Mond aus hat ihr Weg nun zu den Sternen geführt. Mögen sich diese auch in einem desolaten Zustand befinden, so dürfte angesichts der sieben Tracks (plus Intro) der Songwriterin aus Göteborg doch bei so manchem Hörer die Sonne aufgehen. Denn die in sich ruhende Eleganz der auf Piano und Gitarre minimal basierten Titel zeugen von einer Schlagkraft, die zusammen mit der behutsam zarten Intonation einen betörenden Kontrast ergeben.

Gesanglich nicht zuletzt auch an Alison Shaw (Cranes) erinnernd, offenbart Desolate Stars ein ätherisch wirksames Vergnügen, das leider nur an die 25 Minuten währt. Vielleicht ist dieses Format aber auch das angemessene; eine längere Laufzeit könnte eventuell dazu führen, dass die in sich ruhende Gleichförmigkeit der Osterbergschen Klangsprache samt ihrer fein gesetzten Spitzen nicht so prägnant und unfehlbar klar zu vernehmen fällt, wie hier.

facebook.com/sealionlinn

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