Ab Freitag heißt es wieder: Retro-Futuristic-Style is here to stay. Für die Gegenwartsbezogenheit sorgt diesmal der Neuseeländer Kody Nielson, der als Silicon mit dem Album Personal Computer (Weird World/Domino/GoodToGo) in Ehren ergraute Zukunftsvisionen durch Betriebssysteme schleust, deren Markteinführung erst noch bevorzustehen scheint. Dabei erfährt die digitale Berechenbarkeit so manch funky Blutzufuhr, was im Ergebnis zu deutlich mehr Disco denn Kraftwerk führt.

Silicon: "Personal Computer" (Weird World/Domino Records/GoodToGo)
Silicon: „Personal Computer“ (Weird World/Domino Records/GoodToGo)

Die Nähe zum Unknown Mortal Orchestra (Multi-Love) ist genetisch bedingt, Kody ist der jüngere Bruder des UMO-Dirigenten Ruban Nielson. Beide verbindet der Sinn für entschleunigte Funk-Restanten, die an jene Zeit erinnern, als die Schöne Neue Welt noch herbei getanzt und ervögelt werden wollte. Mit seinem Mid-70ies-Stevie Wonder-Outfit zitiert der Parade-Track Burning Sugar ziemlich genau die Hibbeligkeit einer Epoche, deren Protagonisten (Developers)  mehrheitlich bereits zur Ewigkeit übergelaufen sind (die User folgen zusehends). In dieser Hinsicht funktioniert Personal Computer auch als Anrufung eines Jenseits, so sich dieses als binär strukturiert erweist. Und es dort auch einen Rechner-Himmel gibt.

Zwar schleichen sich auf dem halbstündigen Exkurs einige sich auf der Stelle verflüchtigende Passagen ein (so als ob Kody Nelson eher dem freien Nachdenken als der Umsetzung von dessen Resultaten Rechnung tragen wollte), doch rechtfertigt die durchgängig angewandte Technik des Skizzierens derlei Unverbindlichkeiten. Das ist alles konsequent und korrekt, so lange nur die Persönlichkeit eines PCs noch von der seines Herrchens abhängt. Silicon rehabilitiert die Sekundärsoftware, everybody dance now.

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