Rihanna und die Folgen: Mit dem gemeinsam mit ihr interpretierten Millionenseller Stay wurde Mikky Ekko quasi über Nacht zu einer umgarnten Größe im Premium-Segment der R&B-Glamourwelt. Dass er diese Erfahrung unbeschadet überstanden hat, stellt er mit seinem morgen erstmals offiziell in Deutschland erscheinenden Album Time (RCA International/Sony Music) unter Beweis. Denn statt mit kalkuliert überzüchtetem Chartfutter überzeugt der aus Louisiana stammende Sänger, Songschreiber und Produzent mit einem persönlich gehaltenen Werk, das Tiefgang und Authentizität gleichermaßen zulässt, ohne dass sein Händchen fürs hymnisch Ergreifende daran Schaden nehmen würde.

Mikky Ekko: "Time" (RCA International/Sony Music)
Mikky Ekko: „Time“ (RCA International/Sony Music)

„Sei authentisch. Die Menschen wollen spüren, dass etwas echt ist“, schrieb sich Mikky Ekko selbst ins Pflichtenbuch zur Entstehung seines mit Spannung erwarteten Albums. Doch scheint es so, als ob die Einhaltung dieser Maxime nicht unbedingt die Erwartungen jener erfüllt habe, die mit Mikky Ekko eine feste Bank für austauschbare Verkaufsschlager etablieren wollten. Denn Time erweist sich vor allem in stilistischer Hinsicht als viel zu offen angelegt, um sich allzu eindeutig vom Marktbedarf vereinnahmen zu lassen. Zwar bildet R&B nach wie vor den dominierenden Bezugsrahmen, doch versteht es Mikky Ekko, sich mit einem sowohl gefestigten als auch wagemutigen Songwriting sowie einer unvoreingenommenen Produktionsstrategie jeglicher (kommerziellen) Drangsal zu widersetzten.

Titel wie Riot, Comatose, Loner oder auch das Double Mourning Doves und Burning Doves deuten an, dass Mikky Ekko keineswegs nur Oberflächlichkeiten zum Besten gibt. Aber mehr noch als das textliche Konstatieren von Lebensnähe und den damit verbundenen Konflikten verblüfft die Homogenität, mit der sich auf Time die Kooperierenden in die Strukturen des Albums einfügen. Ob Dennis Herring, Benny Blance oder Dave Sitek – wer sich auch immer in den Credits tummelt, Mikky Ekko behält die Fäden nicht nur in der Hand, sondern weiß sie auch zu ziehen.

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