Dengue Fever in Köln

Schübe von Welt

Allein sich von dem entsetzlichen Gehalt des klangvollen Namens abschrecken zu lassen, gilt nicht. Die Multi-Kult-Mixer aus Los Angeles versetzen den YUCA Club zu Köln in einen ansteckend euphorisierenden Fieberwahn, der es insbesondere auf die Verwirrung des Ortungssinns abgesehen hat: Khmer-Pop, Texmex-Psych, Ostküsten-Beat – die Koordinaten verschmelzen bei steigenden Blutwerten. Zumal diese von Yellowknife und der Quiet Company bereits im Vorfeld ordentlich angeregt werden.

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Chhom Nimol, Dengue Fever, YUCA Köln (Stephan Wolf)

Chhom Nimol, Dengue Fever, YUCA Köln (Stephan Wolf)

Tobias Mönsch alias Yellowknife eröffnet den Abend des Überschwangs mit gemächlich anregender Kontemplation, sein Solo-Set deutet Sturm und Drang in homöopathischer Dosierung an. Auf dieses eher sanft bestellte Feld lassen anschließend Quiet Company aus Austin ihren energetischen, dabei vor Spitzfindigkeiten strotzenden Crossover-Power-Pop prasseln, dass es eine Art hat. Wenn Fronter Taylor Muse seinen Aktionsradius auf die Clubtheke ausweitet, dann wohl nur weil er nicht anders kann. Wohin nur mit all der Freude?! Im Zweifelsfalle auf die Platte: Transgressor, soeben auf Grand Hotel van Cleef erschienen. Cheap Trick, Guster und Biffy Clyro auf einmal – und doch ganz anders. Diese Band, sie will und wird geliebt werden. Heiß.

Womit auch das Klima der Hauptattraktion benannt wäre. Wenn Chhom Nimols Khmer-Gesang formvollendet in Bassläufen (Senon Williams), fließenden Licks (Zac Holtzman) sowie in von Sax und Taschentrompete eingebrachten Sahnehäubchen (David Ralicke) aufgeht, so tun es ihm die Herzen der Hörer gleich. Die im Grundsatz auf Wiederholung ausgerichteten Strukturen werden dabei so ungemein subtil variiert und gebrochen, dass sich die Frakturen sofort wieder schließen.

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