Zwischen Pop und Folk: We Invented Paris

„We Invented Paris“ – diesen Namen trägt sowohl das Debütalbum als auch das Basler Musikerkollektiv selbst, aus dessen Feder die 13 Songs stammen. Ende 2010 hatte der heute 28 Jahre alte Flavian Graber die Band gegründet. Das im November 2011 erschienene Album vereint unterschiedliche Musikstile von Anklängen an die französische Volksmusik bis hin zu Klängen, die eher der Popmusik zuzurechnen sind. Derzeit arbeitet das Schweizer Kollektiv am zweiten Studioalbum. Wer dabei mitwirken möchte, kann auf der Website der Band Anteilsscheine kaufen. Und kriegt dann das neue Album frei Haus schon bevor es in den offiziellen Verkauf geht.

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Cover We Invented Paris. Quelle: WIP/kollektif

Insbesondere das Stück „Bubbletrees“ fällt in die Kategorie Popmusik – der Dreiminüter ist außerordentlich lebhaft und melodiös, dabei immer ein optimistisches Grundgefühl verströmend. Auch „A View That Almost Kills“ gehört in diese Kategorie während bei „The Busker“ (zu deutsch „Der Straßenmusikant“) die Melodie schon wieder gebrochen scheint und eher an einige klassische Balladen der Beatles aus der „Eleanor Rigby“-Ära gemahnt. Eröffnet wird das Album von einem Instrumentalstück („Ouverture“), beendet von der – Nomen est Omen – betont leisen Ballade „Silence“, die mit Gesang und Gitarre auskommt. Diese beiden Stücke geben den Rahmen des eigentlichen Werkes vor.

Neben den poppig-melodiösen Stücken stellen die Musiker um Flavian Graber auch ihre Begabung für druckvollere, dynamische Rockballaden unter Beweis. Beispiel dafür sind „Iceberg“, „Kyrie“, „Public Places“, „Tiny“ und „Nothing To Say“. In „More“, dem vorletzten und mit knapp sechs Minuten Dauer zugleich längsten Stück des Albums, experimentiert die Band mit elektronischen Elementen. Den Musikern gelingt es in „More“ stellenweise, ein im positiven Sinn fast bedrückendes Klangerlebnis zu erzeugen, das an manche Songs von „Manfred Mann’s Earth Band“ aus den frühen achtziger Jahren erinnert.

Etwas aus dem vorgegebenem Rahmen fallen „Lonely Ego“ als leises Duett einer männlichen und einer weiblichen Stimme und „Bohème“ mit seinen französischen Anklängen, die die Musiker um Flavian Graber vielleicht ihrem Band- und Albumnamen schuldig zu sein glaubten. Der rote Faden des Albums ist ohne Zweifel Grabers sanfte und eindringliche Stimme, die allein schon eine Kaufempfehlung rechtfertigt.

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Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.